Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 11-12 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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195 Im Harnisch gleichsam traf Dr. Philip der Tod am 3. Februar 1882. Er hatte wohl ein Vorgefühl desselben, war aber nicht eigentlich krank, äußerte jedoch wenige Tage vor seinem Ende, daß er sich stets bereit halte. Da überfiel ihn mit einem Male heftiges Seitenstechen und dasselbe wiederholte sich. Seine Tochter Adeline Sanders in Genua wurde telegraphisch zum Vater gerufen und konnte ihn noch 10 Tage pflegen. Am letzten Sonntag des Januar sprach er sich selbst noch Sprüche in hebräischer Sprache vor und übersetzte sie seiner Tochter. Es schien sich aber noch einmal bessern zu sollen, und der Arzt ricth seiner Tochter abzureisen. Or. Philip und Professor Henderson besprachen sogar den Plan einer Reise mit einander. Am nächsten Morgen aß Br. Philip noch mit gutem Appetit ein reichliches Frühstücklegte sich darauf aber nieder, weil er sich müde fühlte. Die Tochter setzte sich neben das Bett; plötzlich glaubte sie ihn schwer athmen zu hören, sie blickte hin — der Vater war ohne Kampf in die ewige Heimath gegangen. 40 Jahre hat er als Missionar gearbeitet, und selbst die Juden Roms, die zahlreich an seinem Grabe bei der Beerdigung standen, legten ein Zeugniß davon ab, daß er ein Prediger der Gerechtigkeit unter ihnen gewesen war. hat den ersten Theil seines Werkes: »Kritischer Kommentar zn den Psalmen nebst Text und Uebersctzung« erscheinen lassen. (Breslau, S. Schottländer. 1882. S. 384.) Ihm scheint es, daß die Psalmen in ihrer gegenwärtigen Gestalt viele Entstellungen erlitten haben, die er nun verbessern will, wobei er die Hoffnung hegt, daß seine Methode sich Bahn brechen und zum vollen Verständniß der heiligen Schrift verhelfen werde. Leider können wir aber keinen Punkt finden, in dem Grätz mit diesem Buche die Literatur über die Psalmen gefördert hätte. Es wird genügen, wenn man beispielsweise anführt, daß nach ihm keiner der Psalmen David zum Verfasser habe, sondern Leviten ihre Verfasser waren. Vollständige Willkür aber herrscht in der Verbesserung des vorliegenden Textes. Die bekannte Stelle Ps. 2, 12 Naschku Bar wird einfach beseitigt; diese Worte gäben keinen Sinn, sagt Grätz,