Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 11-12 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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192 dichtgedrängten Häuser von Jaffa in derselben Weise krank und starb; das Nämliche geschah mit mehreren anderen in den folgenden Tagen, und alle starben. Aber keiner von allen diesen Fällen wurde durch einen Arzt geprüft. Der Quarantänearzt war zu furchtsam und schloß sich selbst in seinem Hause ein, Jedermann den Zutritt versagend, er wurde vom Fieber befallen, sein Gehirn litt, und er starb. Am 4. Jnli verbreitete sich die Epidemie von Straße zu Straße und von Haus zu Haus. In dieser schrecklichen Zeit nahm Dr. Philip, Missionsarzt der britischen Judenmission, die schweren Pflichten eines Quarantänearztcs auf sich, besuchte die Kranken und verordnete allgemeine gesundheitliche und Schntzmaßregeln gegen den Fortschritt der Krankheit. Der Gouverneur sammt allen Civil- und Militärbehörden waren geflohen, so daß vr. Philip Gouverneur, Polizei und Arzt zugleich sein mußte. Als der einzige praktisch thätige Mann in einer Bevölkerung von 25,000 Menschen allein dastehend mußte dieser Arzt es als keine leichte Aufgabe fühlen, so unter Leuten, die zum größten Thcil in schlechten, dumpfigen und schmutzigen Häusern leben, die aller europäischen Bequemlichkeiten entbehren, sein Amt zu verwalten. In einigen Häusern lagen 5, 6, ja 7 Kranke auf einer Strohmatte und auf Stcinfluren, während Alles rings um sie naß und schmutzig war. Die Kranken und Sterbenden waren von Verwandten und Freunden umgeben, die heulten und schrieen, ihre Haare zerrissen und auf und nieder rannten, als ob sie ihre Sinne verloren hätten, oder oft sich auf die Sterbenden herabbeugteu und schrieen: »O, stirb nicht, stirb nicht! Allah, Allah!« Die Bevölkerung war von einer Panik befallen, alle Geschäfte geschlossen, und viele Einwohner nach Jerusalem, den Bergen Judäas und Samarias oder den Gärten um Jaffa geflohen. Die Zahl der Kranken war etwa 3000, die der Todesfälle 580. Eine der von vr. Philip getroffenen Gesundheitsmaßregeln war die Räucherung der Straßen und Häuser mit Pech und Schwefel, und das hatte guten Erfolg; denn sogleich am nächsten Tage ließ die Epidemie beträchtlich nach, und Todesfälle kamen nicht mehr als 7 vor, während cs am Tage vorher deren 65 gab. Die schwierige Stellung, in die Dr. Philip gekommen war, ist gewiß eine Seltenheit und vielleicht ohne vorhergehendes Beispiel: er arbeitet ohne Aufhören vom Morgen bis zum Abend, Tag für