Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 11-12 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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164 dem Christen thnm feindlich gegenüber. Immerhin haben im verflossenen Jahre über 100 Juden den Bibelstunden Dr. Sterns beigewohnt. Wie sehr cs aber auch unter den englischen Juden religiös abwärts geht, beweist die Thatsache am Besten, daß ganze Gemeinden derselben die Beschneidung abschaffeu und den Sabbath auf den Sonntag verlegen möchten, Synagogen aber für Abhaltung christlicher Gottesdienste anbieten. Selbst ein Hauplvorkämpfcr der jüdischen Orthodoxie unter bcu Rabbinen erklärte öffentlich, cS sei ihm unbegreiflich, wie in diesem Zeitalter der Wissenschaft aufgeklärte Männer an die Fabeln in irgend einem Theile der Bibel glauben könnten. Daß die Mission in solcher Umgebung vielem Widerspruch und vieler Feindseligkeit begegnet, ist nur natürlich; aber es fehl ihr auch unter den dortigen Juden nicht an solchen, die sie zu würdigen wissen. Einem Missionar, den eine Schaar Juden umringt hatte, aus welcher heraus dann auf die Proselyteu alle möglichen Schimpfworte fielen, stand eine Jüdin bei und erklärte vor allen: »Ich habe mehrere bekehrte Juden gekannt, die atV das Ihrige verloreu hatten und von ihrer Familie enterbt wurden, weil sie sich hatten taufen lassen, und die sich nun in schwerer Arbeit ihr Brot verdienen mußten. Um Geld also haben diese wenigstens es nicht gethau, daß sie Christen wurden.« Fälle, welche für die innere Lauterkeit der Uebertretenden sprechen, hatte auch dieses Jahr London aufzuweisen. Ein junger Manu fand nach langen inneren stampfen seinen Friederl in Christo. Seine Verwandten aber wollten sich imt keinen Preis mit seinem Uebertritt versöhnen. Sie sprengten aus, er sei Christ geworden, um an einem Gymnasium eine Stelle zu erlangen. Alle Bitten, ihn doch zu hören, wurden einfach abgewiesen und alle Beziehungen mit ihm gelöst. Da wurde er todtkrank und von seinem Siechbette ans schrieb er noch einmal an die Seinigen, nahe der Ewigkeit sei doch keine Täuschung möglich, so bäte er sie, zu ihm zu kommen und zu sehen, wie friedevoll und selig ein treuer Christ sterbe! Aber auch dieser Wunsch wurde ihm nicht erfüllt, und er starb, ohne die Seinen noch einmal gesehn zu haben. Aber ein Vetter von ihm hörte den Brief seines Verwandten am Tische seines Vaters vorlesen, und derselbe drang ihm in's Herz. Er sagte sich selbst, daß eine solche Sorge des Sterbenden um sie