Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 9-10 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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161 zu nehmen, gelang es ihm, die Tochter hinwegzuführen. Triumphirend kehrte er nach seiner früheren Heimath in unserer Provinz zurück, um möglichst schnell von dort aus mit den Seinen nach Amerika zu gehen. Die Polizei des Ortes aber erfuhr seine Anwesenheit, und sofort wurde er gerichtlich verhaftet. Jetzt war sein Muth gebrochen. Er selbst und die Stiefmutter des Mädchens verzagen daran, dieselbe bleibend bei sich zu erhalten, und lassen diese nun ihre eigenen Wege gehn. Das Mädchen genießt jetzt wieder au einem anderen Orte den christlichen Unterricht und steht bereits vor der Taufe. Alle Gewalt und aller Haß, der jüdischerseits aufgeboten worden ist, haben also schließlich nichts erreicht, und mit dem Stachel im Herzen, daß Christus doch der Sieger geblieben ist, sehen nun selbst diejenigen, welche Alles aufgeboten haben, eine Seele zu Ihm nicht kommen zu lassen, daß Er im Regimente sitzt, sie aber gegen Ihn ohnmächtig sind. Dieser ganze Fall hat daher auch nur dazu beitragen müssen, daß sich die Ehre unseres HErrn und die Kraft Seines Evangeliums recht augenfällig kundgethan haben. Äus Missions-Jahresberichten. Die Berliner Gesellschaft hat ihr 59. Jahr zurückgelegt; ihre Missionare sind die Pastoren Daab und Th. de le Roi, mit denen ein Kolporteur arbeitet. Im Unterricht standen nicht weniger als 31 Juden, von denen 6 getauft werden konnten. Viele Liebe war denselben zu Theil geworden, Christen aller Stünde haben sie in ihr Haus und an ihren Tisch genommen. Unter den Getauften befand sich »ein junger Rabbiner, der rastlos in den talmudischen Schriften nach lebendigem Wasser für seine dürstende Seele geforscht hatte und sich, als er nur Dürre und Oede fand, zum A. T. und darnach zum N. T. wandte, um hier durch Gottes Gnade und frommer Christen Zuspruch Den zu erkennen, der von dem Brunnen des lebendigen Wassers umsonst gibt. Berliner Juden boten ihm eine reiche Heirath und auskömmliches Gehalt an, andernfalls bedrohten sie ihn mit dem Tode, wie sie auch seine Schritte zu uns beobachteten, während auswärtige jüdische Geldfürsten es mit dem versuchten, was sie zu geben vermögen; doch das vermochte ihn nicht mehr zu reizen, da er nur Eins begehrte: Versöhnung mit Gott. Am Tage seiner Taufe fastete er, wie er es alö Jude am großen Versöhnungstag gethan, bis zum Empfang des heiligen Sakraments, das ihm in einem Abendgottesdienst zu Theil ward, und danach erst nahm er mit Dank gegen den HErrn, als der Sein Leben auch für ihn zum Schuldopfer gegeben, fröhlich Speise zu sich. Durch Gottes unaussprechliche Treue und