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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 7-8 (1882) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
7-8 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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129 der Messias ist preisgegeben, er soll keine Person sein, sondern nur eine bessere Zeit oder das jüdische Volk selbst, das doch nach dem Zeugniß der ganzen nichtjüdischen Welt nicht die leiseste Spur vom Charakter eines Messias an sich hat — und die Völker dulden keinen falschen Messias in ihrer Mitte. Ist die jüdische Religion in ihrem Wesen und ihrer Wirklichkeit jetzt so arm, so leer und erniedrigt wie noch nie, so ist sie doch nun aber auch von den alten Fesseln und Schlacken des Talmud freier geworden, und die Leuchte der alte» Propheten kann auch jetzt noch Israel aus der Finsterniß zum Licht einer schönen Zukunft führen. Eine schöne Zukunft aber gewährleistet ihm das Christenthum selbst in seinen Urkunden und Lehren: Die Geschichte des jüdischen Volkes endet in der Annahme Jesu. Freilich, wenn dies geschehen wird, dann wird die äußere Weltstellung der Kirche Christi der ihrer Anfangszeit gleichen. Seit über tausend Jahren hat die christliche Kirche ihren Sitz unter den romanisch-germanischen Völkern, welche durch sie die ersten Kulturvölker der Welt geworden sind. In der Neuzeit aber ist hier die Scheidung zwischen Staat und Kirche eingetreten, und diese gewinnt immermehr den Charakter einer Lossagung der Völker von der Kirche selbst und vom Christenthum. Die christliche Religion soll aus dem öffentlichen Leben herausgedrängt und zu einer bloßen Privatreligion, soll in die Lage der jüdischen Religion herabgesetzt werden. Das Ende dieses Scheidungsprozesses wird sein, daß die christliche Religion in dieselbe Lage kommen wird wie zur Zeit der Märtyrer und der Katakombe». Verlieren aber die romanischen und germanischen Völker durch ihre Schuld ihre Stellung in der Zeit, wo doch die Kirche durch die Mission unter den Heiden ihren wahrhaft alle umfassenden Charakter entfaltet, so bedarf dieselbe als Werkzeug zur Durchführung ihrer Aufgabe ein universales Volk, und dieses internationale Volk, welches wieder, weil es gläubig wird, in seinen Oelbaum eingepfropft wird, ist das jüdische (Röm. 11,15—20). Innerlich befreit vom Talmudismus, wird eö des Hasses gegen das Christenthum vergessen und die Kirche ungetrübt von den bisherigen nationalen Formen kennen lernen. Die innere Größe der Kirche wird dann in ihrer Klarheit hervortreten und auf alle ernsteren Gemüther eine Anziehung wie in der ersten Zeit üben. Der edle

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