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Dibre Emeth · 1882-01-01 · 7-8 (1882) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
38 (1882)
Issue
7-8 (1882)
Date
1882-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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126 ganz geblendet, so würden sie Ursache haben, sich der jüdischen Theilnahme am Ursprung des Muhammedanisnins zn schämen. Der Haß gegen das Christenthnm allein hat gegen sie den Muhanimedanismns freundlich gestimmt. Wo es zwischen dem MnhammcdaniSmus und dem Christenthnm znm Kampfe kain, standen die Inden immer ans der Seite des ersteren und leisteten ihm offenen oder geheimen Vorschub. Aber trotz alle dem findet man keine Spur hervorragender geistiger Bedeutung und religiösen Aufschwungs des morgenländischen Judcnthnms. Seit Abschluß des Talmud zeigen die Juden Asiens keinerlei geistige Regsamkeit bis auf den heutigen Tag. Der Islam hat nirgends zur Förderung des Judenthums nach seiner geistigen Seite hin beigctragen. Die orientalischen Juden sind geistig so stumpf und ungebildet wie die Muhammedaner selbst. Dagegen hat sich immer noch gezeigt, daß christliche Bildung und Gesittung geistig anregend und belebend auf die Juden, die unter christlichen Völkern wohnen, einwirkt, wie sehr auch die Juden sich dem Einfluß des Christenthums zu entziehen trachten. Gegen Christenthnm und Muhammedanisnins konnte sich das Judcnthum lange nur dadurch retten, daß es die Seinen von ihrem Studium und besonders von ihrer Philosophie mit Fluch und Bann abschloß. Diese innere Kraftlosigkeit, welcher die jüdische Religion von Jahrhundert zu Jahrhundert mehr verfiel, findet ihren eigenthümlichsten Ausdruck in jenem Mann, der als Vertreter der Bildung und Gelehrsamkeit des mittelalterlichen Judenthums angesehen werden muß: Moses Maimonides. Seine Familie schon heuchelte, um dem Tode zu entgehn, den Muhammedanismus. Mit dem talmudischen Judenthum verträgt es sich eben ganz wohl, daß man äußerlich die Zugehörigkeit zu einer Religion heuchelt. Seit die Juden aus der Reihe der selbstständigen Völker ausgeschieden sind, fällt es auch dem Nationalgefühl der Juden sehr leicht, die Nationalität anderer Völker sich anzueignen. Die Juden haben seither überall doppelte Nationalität und wollen es so haben. Wie mit der Nationalität, so machten es nun jene Juden auch mit dem Religionsbekenntniß. Maimonides war weit davon entfernt, sich dadurch in seinem Gewissen beunruhigt zu fühlen, sondern verfaßte selbst eine Schrift, worin er den scheinbaren Abfall vom

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