Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 7-8 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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114 Pische und amharische Bibeln, Nene Testamente, Psalmen und Traktate mitgenommen. I» der Mitte des Februar wollten die Missionare in drei Partieen Missionsrcisen unternehmen, nämlich zu den Falaschas in Quora, Agaw Meder und Medja. Weiteren Nachrichten aber sehen wir nun erst entgegen. In Worms. Aus dem Wanderbuche von W. B. in D. Schon lange war die merkwürdige, uralte Stadt am Rhein ein Ziel meiner Neisepläne gewesen. Am 21. Juni 18.. ging der Wunsch, sie kennen zu lernen, in Erfüllung. Der Name der Stadt ist von WorbetomaguS abzuleiten; er bedeutet so viel als Stätte, wo man zu Worbet betet. Worbet oder Borbet heißt in der altdeutschen Sage eine der drei Schicksalsgöttinnen. Die Namen der beiden Schwestern sind Einbet und Wilbet. Worbet entscheidet namentlich über den Krieg, den Wor oder Werre, franz. guerre. Worms hat eine großartige Vergangenheit. Erinnerungen an dieselbe treten uns bei einer Wanderung durch die gegenwärtig 18,979 Einwohner zählende Stadt überall entgegen. Das Meisterwerk Rietschcls auf dem Lutherplatz fesselt zuerst das Auge des Reisenden, der vom Bahnhof in die Stadt geht. Ein Bekannter von mir meinte einmal, wer Lessing kennen lernen wolle, müsse das demselben errichtete Denkmal in Braunschweig besuchen. Mit dem gleichen Rechte darf das Lutherdenkmal in Worms den Freunden Luthers als ein Mittel bezeichnet werden, welches das Verständniß des großen Mannes ungemein fördert. Im Rahmen der gesummten Reformationsgeschichte erscheint die hehre Gestalt des deutschen Reformators vor der Seele des Beschauers. Insbesondere wird das Gedächtniß der beiden Apriltage des Jahres 1521 aufgefrischt, an welchen Luther hier in Worms vor Karl V. und den Großen des Reiches seinen evangelischen Glauben bekannte. In eine uns noch ferner liegende Zeit weist der in romanischem Stil erbaute Dom. Dieser stammt aus dem 12. Jahrhundert.