Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 38 (1882)
- Issue
- 1-2 (1882)
- Date
- 1882-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 dem bloßen Existiren zu einem Leben kommen, welches ihnen selbst wahre Befriedigung gewähren, der Welt aber zum Segen gereichen würde. Der junge Mann hatte nicht den Muth, dieses Bckenntniß abznwcisen; möge es ihm der Geist Gottes wieder i» Erinnerung bringen. 9. Irrwege und der rechte Weg. Wir wurden im Kaffcehause bereits erwartet. Kaum hatten wir uns niedergelassen, als einer der gebildetsten Juden der Stadt herbcigeführt wurde, um uns gegenüber die Sache des Judenthnms zu verfechten. Der erwähnte Herr leitete das Gespräch auf die jetzige Bewegung gegen die Juden. Ich »ahm daraus Anlaß, die Thatsache festzustellen, daß also auch unsere Tage noch nicht den Friede» zwischen den Juden und ihrer Umgebung herbeizuführcn vermocht hätten. Aber zugleich erinnerte ich daran, daß es gerade Juden, nämlich die Propheten und Apostel, gewesen sind, die dem ganzen Leben unsrer Völker eine neue Grundlage gegeben haben. Woher diese eigcnthümliche Erscheinung? Daher, daß uns in den Zeugnisse» derselben die Geist, Gcmüth und Herz überwindende Wahrheit entgegengetreten ist. Die Inden selbst habe» freilich die von jenen ihren Volksgenossen verkündigte Wahrheit nicht festgehalten, aber dafür ist nun auch Alles bei ihnen in den Fluß gerathcn, und will unter ihnen nichts Bestand haben. Der bekannte Bischofsheim in Paris schreibt an Geiger, daß er doch seinen Einfluß anfbieten möge, damit endlich einmal für Juden der Gegenwart etwas Bestimmtes und Gemeinsames fcstgestellt werde; und Dr. Bergt, der Verfasser der Geschichte der Juden Ungarns, bekennt, daß eigentlich unter ihnen Niemand mehr wisse, woran er sich halte» und was er glauben solle. Wie ist das zu erklären? Der jüdische Herr hatte eine Erklärung, er wollte in diesem beständigen Fluß den Fortschritt der Ausbildung des menschlichen Geistes erkennen und erwartete von diesem Fortschritte das Heil der Menschheit. Ich bat ih» aber, einmal in vergangene Tage zurückzublicken. Die sogen, alte Welt hatte einst in Rom und Griechenland die höchste Höhe menschlicher Weisheit und menschlichen Fortschritts erreicht, aber da gerade sei sie elend zu Grunde gegangen. Und jenes Paris, das der Welt den Fortschritt des menschliche» Wissens und Könnens als ihren Retter in der Neu-