Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 9-10 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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159 Messias der Sohn Gottes sei und gekommen, verdammte Menschen zn erlösen und sic zn Himmelserben zu machen, wurden sie erfaßt vom Worte Gottes und sagten: Gott gebe uns ein neues Herz und möge uns die Wahrheit offenbaren! Wir gaben ihnen Bücher und Traktate; sie empfingen dieselben mit Dankbarkeit und srngcn mich, woher diese viele» Bücher kämen. Ich erzählte ihnen vieles von Europa; ihre Antwort war: „Was sind das für gute Leute!" Am Abend gaben sie uns unser Nachtessen; unser Lager war im Freie». Ich hatte so starken Kopfschmerz von der Sonne, daß ich die ganze Nacht nicht schlafe» konnte; aber, dem HErrn sei Dank, als der Morgen anbrach, wurde es mir besser. Von hier gingen wir nach Kunsuta am Tamasee. Alle Falascha daselbst sind Weber. Männer, Frauen, Jünglinge, Falascha und Christen kamen zu uns, und wir lasen ihnen Stellen vor. Am Ende unserer Rede sagten sie wie jener Kerkermeister: „Was solle» wir thnn,. daß wir selig werden?" Glaubet an den HErrn Jesum Christum, so werdet ihr selig! lautete die Antwort. — Eine christliche Frau kam zu uns und verlangte ein Neues Testament und las aus demselben viele Stellen vor. Ich srug sie, bei wem sie das Lesen gelernt habe. Sie sagte: „Bei Frau Pantine Flad, als wir auf der Festung Magdala waren!" und sie erzählte uns von Ihnen und von Ihrer Frau sehr viele Liebeserweisungen. Einen guten Eindruck habe ich von ihr bekommen und ich freute mich sehr, daß es auch unter den eingeborenen Christen Leute giebt, die den HErrn suchen und lieben. Jene Frau ist eine Woizero (d. h. Adelige) und sehr reich, sehr bewandert in der Bibel und gründlich bekehrt und hat ein inneres Leben, was sonst bei den abcssinischen Frauen nicht der Fall ist. Wir blieben zwei Tage an jenem Orte und gaben den Christen und den Falascha viele Bücher; sic machten uns große Freude durch ihre Aufmerksamkeit, denn sie verlangten nach einem Retter und Helfer und hatten Hunger nach dem Worte Gottes. Bei dem Abschied baten sie uns dringend, daß wir doch bald wiedcrkommen möchten. In einem Dorfe Sakela Warka dagegen schimpften Falascha und Christen über uns und wollten uns fortjagen, und wenn es ihnen möglich gewesen wäre, hätten sic uns geschlagen. Wir legten vor ihnen aber unser Zeugniß ab, damit sie sich nicht entschuldigen können am Tage des Gerichts. Dann übernachteten