Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 9-10 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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158 Eine Mssionsreise in Äbesfiuien. An Miss. Flad in Kornthal ist ein Schreiben der einheimischen abessinischcn Missionare ans Djcnda den 12. Mai angclangt, in dem dieselben: Dcbtcra Beroo, Lena, Alemc, Aba Elias, Aba Teesasu, Sanbatu und Argawi, von einer jüngst in das Land nach Alefa, Kunsula, Wondige, Atschäfcr und Agau unternommenen Missionsreise berichten. Denn Flads Erscheinen an der Grenze Abessiniens und seine erzwungene Umkehr an derselben hat nicht, wie man denken mußte, zum Abschluß der Mission in jenem Lande geführt, sondern im geraden Gegentheil unter den einhciniischen Missionaren frischen Glaubensninth für die Predigt des Evangeliums unter den Falascha erweckt. Diese Thatsache gehört so recht zu den merkwürdigen Führungen Gottes, aber sie bestätigt cs wieder einmal, daß es in seinem Reiche eben oft über Bitten und Verstehn geht. Nach Empfang der Bücher, die Miss. Flad für Abessinien mitgebracht hatte, begaben sich die einheimischen Missionare alsbald auf Reisen, um den Samen des göttlichen Wortes im Lande hin und her auszustreue». Das geschah freilich unter viel Mühe und Gefahren, aber der Zweck wurde erreicht. In den Briefen heißt cs z. B. nach einem Tagebuche von Argawi: Wir kamen auf unserer Wanderung nach Alefa. Vom frühen Morgen bis Abend mußten wir laufen, bis wir das Dorf Ambargie erreichten; matt und müde kamen wir an. Wir konnten den rechten Weg nicht gehn, weil Räuber auf dem Wege waren. Der Weg war so dornig, daß ich mich immer hinsetzen und mit meiner Ahle die Dornen aus meinen Füßen herausmachen mußte. Wir hatten auch zwei Esclslasten Bücher und Traktate mitgenommen und in allen jüdischen Dörfern verbreitet. In Ambargie fanden wir eine gute Gelegenheit, denn cs war hier eine Hochzeit, wo sehr viele Falascha waren; wir benutzten diese Gelegenheit und predigten ihnen Jesum, den Gekreuzigten. Priester, welche anwesend waren, hörten gerne zu. In der Mitte des Dorfes steht ein großer Mäsgid (Synagoge); die Bewohner des Dorfes sind Falascha und Christen, erster« sind sehr zahlreich. Nachdem wir ihnen aus der Schrift bewiesen hatten, daß der