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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 9-10 (1881) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
9-10 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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156 dar und zeigten ihm tief eindrücklich die Thatsache der Zerstreuung des alten Gotteövolkes Israel — die Folge ihrer Verwerfung des Ralyes Gottes und ihres Hangens an den Satzungen der Menschen. Selbst ihre Manieren. Gewohnheiten, Erscheinung und Sprache waren verschieden, und dies in solchem Grade, daß die meisten einander nicht verstehen konnten. „Weil sie den Bund des HErrn, des Gottes ihrer Väter verlassen haben, welchen er mit ihnen machte, da er sie ans dem Lande Egypten brachte. Der HErr hat sic ans ihrem Lande gestoßen mit großem Zorn, Ungnade und Grimm und hat sic in ein ander Land geworfen, wie es stehet heutiges Tages." (5. Mose 29, 27 ff.) Welch' eine wörtliche Erfüllung der heil. Schrift und wie wunderbar! Doch da diese Gedanken die Seele des Missionars durchkreuzten, als er so die zerstreuten Schafe vom Hause Israel anblickte, mußte er zugleich ausrnfcn: „Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! (Römer 11, 1)"; denn zur selbigen Zeit erinnerte er sich lebendig der Verheißungen, die ihm »och Vorbehalten sind; und die wörtliche Erfüllung der gegen Israel ausgesprochenen Drohungen wurde ihm ein Unterpfand, daß einst ebenso wörtlich und unzweifelhaft die großen und herrlichen Verheißungen für Israel in Erfüllung gehen werden. Und noch eins erfüllte den Missionar zugleich mit besonderer Freude an jenem Tage. Wenn er, obwohl diese Juden aus verschiedenen Himmelsstrichen kamen und sie in der Sprache ihres Adoptivlandes auferzogen waren, sie in einer Sprache, in der hebräischen anredete, da kam ihm überall eine Antwort entgegen, und es schien, als wäre eine mystische Saite berührt, die durch sie alle wiedertöntc. So rief denn Miss. Mamlock diesen in die Ferne Ziehenden die frohe Botschaft von Christo zu, theilte an sie Schriften und Neue Testamente aus, und mit dem Worte der ewigen Wahrheit versehen wandertcn dieselben über das Weltmeer hin. Daö ist die Weise, wie die Mission an ihrem Theile in die Judcnfrage mit eintritt. Nicht bloß Abwehr des Feindes, welcher das Christenthum den Völkern rauben will, ist ihre Regel, sondern ein Angriff auf dieselben, welche.r sie selbst für Christi Reich erobern will. Als unruhig von Land zu Land, von Volk zu Volk, von Zeit zu Zeit dahingehende Wanderer erscheinen die Juden in unserer Mitte; aber Gott ist es, der sie also vor unsere» Augen erscheinen

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