Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 9-10 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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138 sondern ebenso in Oesterreich und Rußland, die Juden als eine Last und als eine Geißel zu fühlen beginnen." Ganz mit Skolkowski übereinstimmend schreiben die Danziger Missionare, der greise Pred. Lawrence und Dr. Klee: „Der HErr hat durch seinen Knecht Zacharias vorausverkündigt, daß Israel ein Laststeiu für alle Völker sein werde. Der Druck dieses Steines, de» die Juden Deutschlands iu der Gesellschaft durch ihre Geldherrschaft auSüben, ist, als eine Folge der ihnen gewährten Freiheiten, im Staatsleben immer fühlbarer geworden. Eingebildet auf diese ihre Macht betrachten sie sich selbst als ein uuvermißbares Element in der modernen Ausbildung des natürlichen Verstandes, und auf ihren Reichthum und ihre Bildung sich verlassend sehn sie sich als eine neue Aristokratie an, die berufen ist, die Leitung im staatlichen und gesellschaftlichen Leben zu übernehmen. Gegen diese Anmaßung richtet sich die heutige Bewegung. Wenn die Inden früher als Volk in ihrer Unwissenheit das Christenthuin haßten, so ist jetzt dieser Haß ein noch stärkerer geworden, da sie irrthümlich die jetzt gegen sie gerichtete Bewegung als einen Ausfluß christlicher Unduldsamkeit betrachten. Sie wollen nicht anerkennen, daß sie der deutschen Nation irgend welchen Anstoß gegeben haben, im Gegenthcil sind die Artikel, welche sie zu ihrer Dertheidigung geschrieben haben, voller denn je von der unvernünftigsten Selbstverhcrrlichuug und voll von fast unglaublichem Selbstbetrug. Rur um so mehr betrachten sie sich als Märtyrer der Wahrheit und ihres vermeintlichen geschichtlichen Berufs; nur eine kleine Minderzahl hat den Muth, eine andere Stellung einzunehmen und die Gerechtigkeit und Wahrheit mancher der christlichen Klagen unter herzlichem Bedauern einzngestehn." Ein Kampf also inußte kommen, und derselbe ist mit Freuden zu begrüßen. Derselbe wird und muß auch weiter fortgehu, aber rechter Art wird er uur sein, wenn er den Gegner nicht tödten, sondern ihm zu etwas Besserem helfen will. Mögen also auch im staatlichen und gesellschaftlichen Leben die Christen gezwungen werden, neue und andere Verhältnisse für die Juden festzusetzen, damit sie den christlichen Völkern und sich selber nicht zum Schaden werden, so wird doch auch dies nur in rechter Weise geschehen, wenn