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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 9-10 (1881) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
9-10 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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136 die Völker aufgehn. Ein guter Jude heißt ganz allgemein der, welcher, er möge glauben, was er will, sich nicht taufen läßt. Die Thatsache, daß Judenthum und jüdische Nationalität heute gleichdedeuteud sind, wird denn auch überall empfunden, wo irgend Juden wohnen, und aus derselben entspringen als Folgen alle die Verwirrungen und Conflikte, welche gegenwärtig zwischen den Juden und den Völkern, in deren Mitte sie als Bürger leben wollen und sollen, ohne es doch recht und wahrhaft werden zu können, ihren Einfluß ausübeu. Eben diese Erkenntniß drängt sich immer mehr den irgendwie klarer und nüchterner urtheilenden Missionaren unter den Juden allerwärts auf. Alle diese suchen auch die erste und größte Schuld für die Feindschaft, welche jetzt unter so manchem Volke gegen die Juden immer lebhafter erwacht, in den letzteren selbst. Pred. Wolkenberg in Manchester schreibt deshalb: „Ohne Zweifel liegen die Gründe der wieder erwachten Feindseligkeit gegen die Juden an erster Stelle in diesen selbst, und zumal in dem bitteren Hasse, den manche Führer der Juden in ihren Schriften und öffentlichen Aeußerungen fort und fort gegen alles Christliche au den Tag legen." Miss. Skolkowski in Königsberg fügt hinzu: „Die Erregung gegen die Juden hat in Deutschland eine ernste Gestalt angenommen. Die englischen und französischen Blätter verdammen freilich, die ersteren aus religiösen Gründen, die anderen nach ihren Begriffen von Civilisation, diese ganze Bewegung. Aber ein solches Verdammungsnrtheil, das die Ursachen, welche die Bewegung hervorgerufen haben, gar nicht versteht, nützt weder den Juden, noch kann es ihre Gegner ändern, es bringt in den Gedanken und Gesinnungen der ersteren keinen Wechsel hervor und besänftigt die anderen nicht. Nun ist cs eine verhängnißvolle Einbildung, zu meinen, die Juden litten hier unter ihren Gegnern, und diese alsbald für ihre Feinde zu halte». Viele dieser Gegner sind vielmehr aufrichtige Christen, die ohne Zweifel die Sache der Juden vertheidigen und ihre besten Freunde und Fürsprecher werden würden, wenn sie ihre Sprache hinsichtlich des uns Heiligen und ihr ganzes Verhalten gegen die Christen ändern würde».

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