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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 7-8 (1881) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
7-8 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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111 schahe», eine Reihe von Vorträgen und Predigten in den Parochialkirchen für sie gehalten wurde, jüdische Kinder in christlichen Schulen und Soiintagsschulen Unterricht erhielten, über 100000 Schriften vertheilt und Proselyten gepflegt wurden. Die Vorträge hielten zumeist sehr angesehene Geistlichen, unter ihnen auch ein Bischof, und wurden dieselben dann in den öffentlichen Zeitungen abgedruckt, sodaß diese Missionsthätigkeit denn auch die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog, und man sich dessen bewußt wurde, daß die bischöfliche Kirche die Judenmission als ein allgemein kirchliches Werk behandele. 6) Auf die Juden selbst hat diese Art, ihnen mit dem Evangelio nahe zu treten, Eindruck gemacht. Die Vorträge und Predigten, welche in ihrem Interesse gehalten wurden, waren von ihnen zahlreich besucht, und ihre Presse besprach diese Missionsthätigkeit angelegentlich. Aber auch der gewöhnliche Gemeindegottesdienst wird jetzt ziemlich häufig an verschiedenen Drten von Juden besucht; und endlich werden nicht weniger als 22 Taufen aus dem einen Jahre gemeldet. 7) Gewiß wird man eingestehn, daß in diesem Falle das Verhältniß der christlichen Gemeinde zu den Juden in einer Weise aufgesaßt worden ist, die nur beiden Theileu zum Vortheil gereichen kann. In dieser Zeit aber, wo die Judenfrage eine so brennende geworden ist, wird uns zugleich ein Weg gezeigt, der eine innere Annäherung der Getrennten unter einander anzubahnen vermag. Und wir ersuchen deshalb alle christlichen Leser dieser Mittheilungen, dieselben doch einmal etwas ernstlicher zu erwägen; insbesondere aber richten wir die herzliche Bitte an alle Pastoren und Mitglieder des Kirchenregiments, welchen unser Blatt in die Hände kommt, daß sie sich von diesem Beispiele der Amerikaner reizen lassen wollen. Den Geistlichen insbesondere legen wir es an's Herz: auf den Pastoralconferenzen, auf den Pastoralconventen — und zunächst auf den Kreissynoden die Frage einmal aufzuwerfen: „Kann unsere Kirche denn nicht auch thun, was die bischöfliche Kirche Amerika's zu thun begonnen hat?"

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