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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 5-6 (1881) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
5-6 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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89 europäischen Juden zurück. Desto schreiblustiger ist man inmitten der amerikanischen Judenschaft, denn dieselbe unterhält nicht weniger als 17 Blätter specifisch-jüdischer Tendenz. Uebrigens ist die jüdische Bevölkerung im Lande sehr verschieden vertheilt; auch hier drängt sich dieselbe vor Allem in den großen Städten zusammen. New-Jork-City zählt 60,000, Brooklyn dazu 12,000 Juden, Baltimore 10,000, Philadelphia 12,000, Boston 10,000, S. Francisco 16,000 u. s. w. Also diese wenigen Städte enthalten über die Hälfte aller Juden der Union. Aber auch hier sind diese durchaus ein Handelsvolk geblieben, und haben sich von Anfang an in der Union der gleichen einseitigen socialen Thätigkeit ergeben, welche fast überall in der Zerstreuung und auch schon in der römisch-heidnischen Zeit unter ihnen zu Tage trat. Versuche, darin etwas zu ändern, sind auch in Amerika schnell gescheitert. Ein viel stärkeres Vereinigungsband für die Juden Amerikas aber, als die Synagogengemeinschaft, sind die Orden und Logen, welche einen freimaurerischen Charakter tragen, geworden. Die Bene Berith zählen gegen 23,000, der unabhängige Orden der freien Söhne Israels über 8600, der Orden Kescher Schel Barsel über 10,000, der verbesserte Orden Freier Söhne Israels über 2800 Mitglieder, und mit allen diesen Bereinigungen sind weibliche Zweiggenossenschaften verbunden. Also während die Synagogengemeinden nur 12,500 Juden vereinten, haben die freimaurerischen Genossenschaften für Juden über 44,000 derselben in sich gesammelt. Und diese Zahl ist eine doppelt interessante. Sie beweist, daß nun doch der weitaus größte Theil der jüdischen Hausväter einer jüdischen Gemeinschaft angehört. Während sich freilich nur etwas über 12,000 Juden Amerikas durch ein gemeinsames religiöses Band zusammenzuschließen bereit sind, erweist sich dagegen die Stammes- und Ratzengemeinschaft unter ihnen als ein starkes Vereinigungsinittel. Darin spiegelt sich aber überhaupt die Gegenwart der Juden auf's Deutlichste ab. Ein fester Zusammenhang besteht unter ihnen, und der Trieb, denselben zu erhalten, ist ein lebendiger; aber er ,beruht nicht so sehr auf der religiösen Uebereinstimmung als auf der rein natürlichen des Fleisches und Blutes. Deutlicher als durch diese Thatsache konnte die Besonderheit der Juden als eigenthüm-

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