Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 37 (1881)
- Issue
- 3-4 (1881)
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554868-2554871--07554-2563569- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
34 und Andere die Mittel hierfür erhalten hatte, die Lettern angeschafft, um das „Licht am Abend" jüdisch-deutsch zu drucken, und dem N. Müller dies noch auf seinem Sterbebette mitgetheilt; 1728 endlich erschien nach Müllers Tode das gedruckte Büchlein selbst. Aus dem literarischen und ihm übergebenen Nachlaß von I. Müller veröffentlichte alsdann aber Prof. Callenberg noch zwei Schriften, die sich gleichfalls als vortreffliche Misfionsschriften bewährt haben. 1729 ein jüdisch-deutsches „Sendschreiben au alle Kinder Israel, welche au allen Enden der Königreiche Deutschlands, Polen, Rußland und Ungarn zerstreut sind." Und 1732 erschien noch ein anderes Sendschreiben Müllers, das ein kurzer Auszug aus dessen „Licht am Abend" ist, im Unterschiede von dem früheren größeren Sendschreiben aber gewöhnlich das „kleinere" genannt wird. Beide Sendschreiben sind dem Herausgeber dieses Blattes lauge Zeit unbekannt geblieben, das größere ist ihm auch jetzt noch nicht zu Händen gekommen, das kleinere dagegen will er nun hier mittheilen. Aber seltsame Umstände haben das neue Bekanntwerden des Traktates vermittelt. 1822 nämlich hat der bekannte Proselht und Missionar I. Wolf ein Exemplar desselben in Jerusalem gefunden und dasselbe von dort an die Londoner Missionsgesellschaft gesandt! Wie das Büchlein nach Jerusalein gekommen ist, können wir wenigstens vermuthen. 1754 nämlich war der Judenmissionar Stephan Schultz mit einem jüngeren Gefährten A. F. Woltcrsdorf in Jerusalem, und beide haben daselbst auch diese Schrift verbreitet. So mag denn dieses Samenkorn 70 Jahre in jenem Boden gelegen haben, um dann aufgehoben zu werden; und jetzt nun, 150 Jahre, nachdem es zum ersten Male dem Acker Israel vertrant worden ist, wollen wir cs noch einmal ausstreuen, ans daß es mit Gottes Hilfe neue Frucht bringe. Ans Jerusalem her kommt dieses Wort ja Juden und Christen entgegen, möge es auch um deßwillen eine gute Aufnahme finden. Allerdings liegt uns jedoch der Traktat nur in der englischen Uebersetzung vor, welche „Hs Jewisli Expositor“ vom Jahre 1824 S. 327 fl. gebracht hat; aber auch in der so vermittelten Rückübersetzung wird er durchaus wiederzuerkennen sein. Er lautet folgendermaßen: „Ihr Männer aus Israel, wir stimmen mit euch ganz darin