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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 1-2 (1881) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
1-2 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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22 sogar bei so vortrefflicher Witterung, daß der Kapitän bekannte, um diese Jahreszeit noch nie eine solche Reise gemacht zu haben. Auf dem Schiffe hatte Flad unter anderem Gelegenheit, mit einem jungen Juden aus dem Rheinlande zu verkehren. Derselbe rühmte sich seines Unglaubens. „Wissen Sie, Herr Missionar, ich gehöre nicht zu den Frommen!" erklärte er bald, nachdem beide mit einander bekannt geworden waren. Als ihm Flad aber ganz kühl antwortete: „Nun sagen Sie mir, was ist denn das Gegenthcil von fromm?", stotterte er lange in höchster Verlegenheit, bis Flad ' selbst die Antwort gab: „Nun, das Gegentheil von fromm ist gottlos, los von Gott!" In Alexandrien fand er die Nachricht vor, daß die abessinischen Missionsgehilfen Desta Gobau und Arasch Gebre Mariam jedcsfalls in Massaua am Rothen Meere, an der Grenze Abessiniens, und nach dem letzten Briefe, daß sie bereits in dem viel nördlicheren Küstenort des Rothen Meeres Sauakin seiner warten würden. Flad wird Desta Goban mit desto größerer Freude begrüßen, weil derselbe durch einen Lehrer bei den übrigen Missionaren auf's Schändlichste verläumdet worden war, und man auch bei uns eine Zeit lang geglaubt hatte, daß die Beschuldigungen gegen denselben auf Wahrheit beruhten. Es hat sich aber eben herausgestellt, daß gegen ihn nur Lügen geschmiedet worden sind. Auf seiner Reise nach Massaua schwebte Desta Gobau in großer Gefahr. Der abessinische Gouverneur Ras Alula hielt ihn für einen Spion und legte ihn drei Wochen lang in Ketten, wobei er ihm auch sein Maulthier und alles, was er bei sich hatte, wcgnahm. Durch Vermittelung Herrn Schimpers wurde er dann aber wieder freigelassen. Briefe von Desta Gobau haben dies alles mitgetheilt. Nach anderen Briefen der eingeborenen Missionare und des schwedischen Missionar Lundahl, die Flad in Kairo erhielt, erzählt derselbe, daß unter den Falaschas in Agau Meder eine außerordentliche religiöse Bewegung ausgebrochen sei, und sich in Damot und Godscham ein großes Verlangen nach Gottes Wort zeige. Flad fährt fort: „Einer unserer Proselyten, dem Gobau das Zeugniß gicbt, daß er der demüthigste und erweckteste sei, habe vorigen Sommer eine Reise dorthin gemacht, und die Leute haben ihn nur unter dem Versprechen zurückgehen lassen, daß er wieder-

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