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Dibre Emeth · 1881-01-01 · 1-2 (1881) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
37 (1881)
Issue
1-2 (1881)
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 Gunst der äußeren Verhältnisse genossen und eine Wandelung eures Lebens eintreten sehen, die fast beispiellos in der Geschichte der Völker dasteht. Schranke auf Schranke, deren Beseitigung ihr begehrtet, ist gefallen, und was das Leben genußreich macht, oder was Einfluß verleiht, ist je länger je mehr sogar in höherem Maße einer größeren Zahl der Enrigen als der übrigen Bevölkerung zu Theil geworden. Ihr habt solches alles dadurch erreicht, daß ihr euch den christlichen Völkern gegenüber auf die sogenannten modernen Ideen beriefet, welche statt der Aufgaben, die jedem Volke durch seine besondere Nationalität und Geschichte in dem Reiche Gottes und Christi gesetzt sind, das allgemeine Menschenthum oder die Humanität als Gesetz und Ideal aufgestellt haben. Im Namen dieser Ideen habt ihr allerwärts die gleichen politischen und bürgerlichen Rechte gefordert, und auf Grund derselben ist euch auch Alles gewährt worden, was ihr gegenwärtig besitzt und genießt. Ein Jahrhundert lang schien es in der That nun, als sollten diese Ideen den Sieg behalten, und als könne weder die Anschauung, welche die Religion, noch die andere, welche die natürliche Verwandtschaft der Volksangehörigen als Bedingung und Voraussetzung jedes gesunden nationalen Lebens betrachtet, jemals wieder auf Anerkennung in den modernen Staaten rechnen. Heute aber zeigen euch die inzwischen gemachten Erfahrungen, daß der moderne Geist doch nicht so unbedingt trinmphirt hat, und daß demselben vielmehr ein wachsender Widerstand entgegentritt. Ihr könnt es ench nicht länger verhehlen, daß jene Grundlage, auf welcher euer modernes Leben beruht, vielfach erschüttert ist, und daß ihr für dasselbe nicht mehr die erwünschte Sicherheit besitzt. In allen Klassen und Schichten der Gesellschaft erstehen euch immer größere Gegnerschaaren, und, was eure besonders ernste Aufmerksamkeit erwecken muß, zumal die Heranwachsende Jugend ist vielfach mit einem äußerst feindseligen Geiste gegen euch erfüllt. Auch könnt ihr nicht länger an dem Tröste festhalten, daß nur die sogenannten Ultramontanen und Pietisten wider euch sind, sondern die am Klarsten unter euch sehen, bezeichnen es vielmehr selbst als das Bedenklichste an der heutigen Stimmung gegen die Juden, daß sich dieselbe in den nichtorthodoxen Kreisen der Christen und unter den Liberalen zum Erschrecken ausbreitet und daselbst

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