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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 9-10 (1880) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
9-10 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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186 Das ist eine treffliche Anweisung und muß noch heute von allen wohl bedacht werden, welche das Werk Christi an den Juden recht treiben wollen. b. Sodann folgt ein zweiter Brief Zinzendorf's, geschrieben „am Thomas-Tage in Texel, einige Stunden vor der Abfahrt nach Amerika". Derselbe lautet: „Die Inden wären ziemlich mit mir zufrieden und würden inich vielleicht am Ehesten für einen Bar Isroel (Sohn Israels) halten, wenn ich ihnen den Messias nicht zu Gott machte. Und ich muß ihrer vielen das Zeugniß geben, mit welchen mich mein Herr hat bekannt werden lassen, daß sie unter unfern Unitariern (welche lehren, daß cs nur eine göttliche Person gebe) ihres gleichen finden und den Jcsaias, wenn er unseres Königs Leid und Herrlichkeit beschreibt, ganz fein verstehe». Es will ihnen nur nicht ein, wenn sic auf die Frage: Wie heißt, der die Himmel gemacht hat? wie heißt er? und wie heißt sein Sohn (Sprüche 30, 4)? antworten sollen. Ich könnte ihnen wohl noch einmal sagen, daß das Wiegenkind, das mir und der ganzen Welt geboren worden, der Sohn, der mir und der ganzen Welt zu gut in eine Krippe gelegt worden, der starke Gott ist (Jesaias 9, 6), der Gott mit uns (Jes. 7, 14) und mir und ihnen, ohne daß sic ihn kennen. Ich gebe mich aber nicht dafür aus, daß ich sie überzeugen will. Erstens weiß ich nicht, ob ihre Zeit schon so nahe ist, daß sie den sehen, in welchen sie gestochen haben (Sach. 12, 10). Und zweitens denke ich: der Geiz, die Wurzel alles Uebels, muß erst weniger gehört werden, wenn sie die Stimme des Sohnes Gottes hören sollen. Daß ich Zeit meines Lebens die Speise nicht gegessen, die ihnen ehedem verboten war, daß ich schon viele Jahre den Sabbath zur Ruhe, wie unfern Sonntag zur Verkündigung des Evangeliums angewandt, das habe ich ohne Absichten mit einem einfältigen Herzen gethan." Wenn Zinzendorf hier schreibt, daß er sich nicht dafür ausgebe, die Juden überzeugen zu wollen, da wohl ihre Zeit noch nicht gekommen sei, so meint er dies offenbar nur hinsichtlich des Volkes oder der Gesammtheit; denn sowohl vor als nach diesem Briefe hat er es sich eifrig angelegen sein lassen, einzelnen Juden das Heil in Christo zu verkündigen. Und darin hat er ja freilich

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