Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 7-8 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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109 niedergelegt, ein Gebet gesprochen, und dann erst der heilige Name mit einer frischen Feder niedergeschrieben. In unserem Hause ward streng auf Reinlichkeit, Ordnung und Pünktlichkeit geschn, und der Geist des Friedens und der Gottesfurcht durchwehte das Ganze; denn meine Eltern waren eifrige Anhänger des Glaubens ihrer Bäter und hatten ein unerschütterliches Vertrauen zu Jehovah, zu welchem sie unter allen Verhältnissen ihres Lebens zu blicken gewohnt waren, als zu dem Quell des Trostes und der Hilfe. Die Erziehung der Kinder war demzufolge eine streng religiöse. Ich mochte ein Knabe von etwa 7 bis 8 Jahren sein, als sich ein geringfügiger Uinstand zutrug, der, wenn auch nur vorübergehend, mein Gemüth doch erschütterte. Die unteren Klassen des schwedischen Volkes waren damals noch dem Aberglauben sehr zugeneigt, weshalb denn auch Wahrsagerinnen gute Aufnahme fanden. Als nun eine solche zu den Leuten kam, welche in unserm Hof wohnten, trat ich aus Vorwitz zu denselben in die Stube, und die Wahrsagerin wurde von den Leuten bestimmt, auch mein Schicksal zu erforschen. Mit bestürzter Miene wurde mir von dem Weibe: Tod durch Ertrinken! angekündigt. Ganz betrübt ging ich von dannen. Wie sonderbar es auch klingen mag, aber kurze Zeit darauf war es nahe daran, daß dies Orakel wirklich an mir in Erfüllung ging. Der Vater eines meiner Schulkameraden war mit einer Ladung Getreide angekommen; ich begleitete meinen Kameraden auf das Schiff; nachdem wir uns eine Weile im Schiffsraum und auf dem Verdeck herumgetummelt, wurde letzteres gereinigt, und ich begab mich nun auf die Brustwehr, welche das Schiff von der hoch aufgemauerten Straße trennte. Nachdem ich hier eine Weile im Uebermuth auf- und abgegangen war, stürzte ich in Folge eines plötzlich mich erfassenden Schwindels kopfüber in's Wasser. Glücklicher Weise kamen zwei Matrosen im nächsten Augenblick durch einen lebensgefährlichen Sprung vom Schiff in den schmalen Wasserstreifen herab, welcher sich zwischen der Straße und der Brustwehr befand, und ergriffen mich bei den Armen. Da es aber nicht möglich war, mich durch das enge Pfahlwerk zu ziehen, so blieb ich mehrere Minuten im Wasser hängen, bis sie unter sich eines wurden, mich über dasselbe zu