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Dibre Emeth · 1880-01-01 · 7-8 (1880) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
36 (1880)
Issue
7-8 (1880)
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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104 es ihm möglich wäre, uns schlagen und tödten. Er sagte uns oft; „Kommt nicht in mein Haus, ihr habt bei mir nichts zu thun, und ich will von euch und von Dem, welchen ihr predigt, Jesu Christo, nichts wissen!" In Wotscheta sind sehr viele Falascha-Priester; wir reden oft mit ihnen über das Eine, was noth thut, und zeigen ihnen, daß der Heiland im Fleisch erschienen sei, um die verlorene Menschheit zu erretten und ihr den Himmel zu erwerben. Auf unsere Rede erwidern sie oft: „Wir sind schon sehr alt geworden, deshalb wollen wir im Glauben unserer Väter bis an das Ende unseres Lebens beharren!" Die Falascha achten ihre Geistlichen nicht mehr wie früher; sie sagen oft: „Ihr Priester seid Lügner, warum forschet ihr nicht in der heiligen Schrift?" Darüber sind Jene empört und fühlen sich an ihrer Ehre sehr verletzt; sie bekommen aber auch nicht mehr so viel Getreide und Geld wie früher von ihren Landsleuten. Viele Falascha kommen während der Regenzeit zu uns, um das Wort Gottes zu hören; etliche entschlossen sich denn auch, nachdem sie viel gehört und in der Schrift geforscht hatten, die heilige Taufe zu empfangen. Als aber ihre Eltern und Verwandten sie verwünschten, gingen sie wieder zurück, denn sie wollten die Schmach Christi nicht auf sich nehmen. Andere sagen uns oft: „Wir sind überzeugt und glauben von ganzem Herzen an den Messias, aber wir fürchten unsere Eltern und Verwandten". In allen Gegenden reden die Proselyten mit den Juden über den Messias und sind ein Licht und ein Salz für die ungläubigen Falascha. — Kürzlich wollte ein junger Falascha mit seiner Frau die heilige Taufe empfangen; aus Furcht vor seinen Eltern und Verwandten machte er sich auf, um bei Nacht in die Kirche zu gehen; unweit derselben wurde er aber von seinen Eltern und Verwandten aufgehalten, die ihn schlugen und wieder nach Hause zurückbrachten. Er aber sagte ihnen ganz frei: „Wenn ihr mich heute mit Gewalt zurückbringt, so werde ich dennoch ein andermal mich taufen lassen; denn ich fühle mich gedrungen, getauft zu werden, und glaube von ganzem Herzen an meinen Heiland Jesum Christum. Ich kann nicht in der Fiusterniß wandeln, ich muß das Licht des Lebens haben!" Dieser Jüngling kommt oft zu uns, das köstliche Wort Gottes zu hören, und wir hoffen und glauben,' daß er ein Jünger Jesu werden wird, der sich von ganzem Herzen zu ihm be-

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