Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 36 (1880)
- Issue
- 1-2 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dibre Emeth oder Stimmen -er Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begonnen von I. C. Hartman«, fortgesetzt von B.-eleRoi. Nr. 1 u. 2. 1880. 36. Jahrgang. Was haben -ie Inden ohne Iesum gewonnen? Es ist auf den ersten Blick ein vielfach glänzendes Bild, welches uns heute die Judenschaft zeigt, und dieselbe kommt bei ihrer Verwerfung Christi scheinbar dem Ziele immer näher, welches ihr eine Art von Weltherrschaft verspricht. Ihr selbst wird es jedesfalls immer gewisser, daß sie recht daran gethan habe, Iesum von Nazareth als den Messias abzuweisen, und daß die messianische Zeit für sie vielmehr auf den Wegen der neueren Culturentwickclung herbeikommen werde. In der That, so Manches scheint hier für die Juden zu sprechen, und es ist deshalb wohl angezeigt, daß wir dem Gegenstände eine ernstere Erwägung zu Theil werden lassen. Versetzen wir uns um ein Jahrhundert zurück. Da lebten die Juden, Amerika, Holland, England und Hamburg vielleicht nur abgerechnet, allerwärts in unwürdigen Verhältnissen. Deutsche, Franzosen und Italiener beschränkten sie in ihrem bürgerlichen Leben aus Schritt und Tritt; sie galten unter diesen Nationen als verworfene Leute und wurden von ihnen mit äußerster Verachtung behandelt. Slaven und Muhammedaner ließen ihnen in der Wahl ihrer Lebensberufe Freiheit, aber betrachteten die unter ihnen lebenden Juden auch nicht mit anderen Augen, als die westlichen Völker. An die Gewährung des allgemeinen Staatsbürgerthums war gar nicht zu denken, die Juden lebten durchaus als ein besonderer Stamm neben den Nationen, in deren Mitte sie wohnten. Und welch' einen Wechsel hat hier die Zeit eines einzigen Jahrhunderts geschaffen! Die nordamerikanischen Freistaaten gingen