Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 9-10 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554852-2554858--07269-2563279- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
157 als notwendige Folge der verkehrten religiösen Richtung von Einem in Israel bezeichnet worden sind, der sein Volk darauf mahnend und warnend hinwies. Aber vergeblich deckte er ihnen „den Sauerteig der Pharisäer" auf; sie folgten lieber ihrer, als seiner Stimme, und alle die folgenden Jahrhunderte der Juden schlugen dieselben Bahnen ein. Nachdem nun aber Juden selbst den Ihrigen so manches von dem bezeugen, was einstmals Christus vor ihnen ausgesprochen hatte, wollen wir an seine Mahnungen noch einmal erinnern. Wir hören ihn reden 1. betreffs der Observanzen und etlicher Tugenden Matth. 9, 14—16. Die Jünger Johannes kamen zu Jesu und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer so viel, und deine Jünger saften nicht? Jesus sprach zu ihnen: Wie können die Hochzeitsleute Leid tragen, so lange der Bräutigam bei ihnen ist? Niemand flickt ein alt Kleid mit einem Lappen von neuem Tuch; denn der Lappe reißt doch wieder vom Kleid, und der Riß wird ärger. Als die hungernden Jünger am Sabbath Aehren ausrauften, Marc. 2, 24—27. Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Was thun deine Jünger am Sabbath, das nicht recht ist? Er antwortete ihnen: Der Sabbath ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbaths willen. Als die Pharisäer die Jünger Christi das Brot mit ungewaschenen Händen essen sahen, fragten sie ihn, Marc. 7,5 ff.: Warum wandeln deine Jünger nicht nach den Aufsätzen der Aeltesten? Er aber antwortete: Wohl fein hat von euch Heuchlern Jesaias geweissagt: Dies Volk ehret mich mit ihren Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir! — Alles, was außen ist und in den Menschen geht, das kann ihn nicht gemein machen; denn es gehet nicht in sein Herz, sondern in den Bauch. Was aus dem Menschen geht, das macht ihn gemein. Denn von Innen, aus dem Herzen der Menschen gehen heraus böse Gedanken, Ehebruch u. s. w. Luc. 18, 11 ff. Der Pharisäer stund von ferne, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Matth. 23,4 ff. Die Pharisäer binden schwere und untrügliche Bürden und legen sie den Menschen auf den Hals, aber sie wollen dieselben nicht mit einem Finger regen.