Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 9-10 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554852-2554858--07252-2563262- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
140 Sein Leichenbegängnis; erweckte die allgemeinste Theilnahme, und nur die Juden triumphirten, daß Gott über den Abtrünnigen ein Gericht gehalten habe. Superintendent Conrad Reinhard hielt ihm die Leichenpredigt und führte in derselben aus, wie uns auch die Tiefe nicht von der Liebe Gottes scheiden könne. Gerson starb 53 Jahr, 8 Wochen, 3 Tage alt; das geistliche Amt hat er, wie Becmann's genaue Daten besagen, 10 Jahr, 33 Wochen geführt, verheirathet war er etwas über 10 Jahre und ein Christ 22 Jahre weniger 3 Wochen. Sein Andenken lebt noch heute nach 250 Jahren in allen Missionskreisen fort, und seine Schriften haben viel zur Kenntniß des Judenthums, wie zur Belebung des Missionseifers beigetragen. Er ist der würdige Anfänger jener großen Reihe von Geistlichen aus den Juden, die hernach das Wort Gottes in der evangelischen Kirche gepredigt haben, und ein lehrreiches Beispiel für die Art und Weise, wie der heilige Gott Kinder Israel zu seinem Sohne hinzieht, um sie dann im Schmelzofen so lange zu reinigen und zu läutern, bis sie als edles, bewährtes Gold erfunden werden. Was bedeutet für die Juden ihre Zerstreuung? In ganz eigenthümlicher Weife hören wir jetzt unsere jüdischen Wortführer, die reformerischen sowohl als die neuorthodoxen, über die Zerstreuung Israels sprechen. Dieser Punkt ist aber von so hervorragender Wichtigkeit, daß es wohl der Mühe werth ist, die Zeugnisse des Alten Testaments über den Gegenstand zu vernehmen. Denen mögen alsdann die bezüglichen Aeußerungen des allgemeinen jüdischen Gebetbuches, welches gewissermaßen das offizielle Bekenntniß der Synagoge und sicherlich den Glaubensinhalt der früheren Jahrhunderte wicdergiebt, zur Seite treten; und endlich sollen dem Allen modernjüdische Aeußerungen, welche die Anschauungen der jüdischen Gegenwart aussprechen, gegenübergestellt werden. Moses verkündigt seinem Volke 3. Mose 26 Segen oder Fluch, je nachdem es das Gesetz Gottes halten oder dasselbe übertreten würde. Fluch nennt er hier die Verwüstung des Landes und Fluch die Zerstreuung der Juden, welche er auch, obwohl sie durch Heiden geschieht, überall Gottes eigene That nennt: V. 33: Euch aber will ich unter die Völker streuen.