Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1879-01-01 · 9-10 (1879) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
9-10 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554852-2554858--07247-2563257
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

185 Und soll dieses Bekenntniß, worauf der andere Theil dieses meines Büchleins beruht, mein Testament und letzter Wille sein, ob ich schon heute oder morgen in meinem Haupte irre werden oder eines jähen Todes sterben sollte, oder ob ich, wo ich's würdig bin, um des Bekenntnisses Jesu Christi willen, mit meinem Herrn Christo an einen Galgen gehenkt, oder mit seinen Aposteln gesteinigt, geschunden, geköpft, verbrannt oder sonst gemartert werden sollte — so kann mir doch Niemand, auch der Teufel selber nicht, meinen Herrn Jesum Christum aus meinem Herzen reißen. Dieweil er mir selber solches verheißen und zugesagt hat, da er spricht (Joh. 10, 28): Niemand — das ist: nicht dein Vater, nicht deine Schwester, nicht deine andern Blutsverwandten, nicht deine Schwägerinnen, nicht deine Schulmeister und Rabbinen, nicht deine Schüler und Jünger, nicht deine Schulgesellen, nicht deine Nachbarn und alte Bekannten, nicht dein hoher Name, nicht dein hinter dir verlassenes Geld und Gut, nicht deine vielfältigen Feinde, nicht die große Verachtung der Juden, die dich einen Mammeluk, einen Abgöttischen, einen Abtrünnigen, einen Ketzer, einen leichtfertigen Mann, einen Heiden und ein Kind des Todes schelten; nicht die heuchlerischen Christen, die dich einen Juden, einen Heuchler und einen Bettler schelten. Nicht die Heiden, die dich verfolgen möchten, nicht die große Armuth, so du leiden mußt, nicht ander Kreuz, das dn mir nachtragen mußt, nicht dein schwacher Glaube, nicht die ärgerliche Welt, nicht das vielfältige Zanken der Theologen und Kirchenlehrer, nicht dein Fleisch und Blut, welches täglich in dir zappelt und dir vorwirft und sagt: Du mußt irren, denn woher wolltest du alleine so klug sein? sollten alle Juden irren und so lange Zeit geirrt haben? Du wirst irren! du wirst irren! Nicht ein blödes Gewissen, das in dir ruft und schreit: Du hast alle Gebote Gottes übertreten, du hast die falsche jüdische Lehre sortgepflanzt, du bist allen Menschen von deiner Jugend her mit ärgerlichen Exempeln vorgegangen, du hast von Jugend auf einen großen, unbilligen Haß, ohne einige gegebene Ursache, wider alle Christen und Kinder Gottes gehabt, also, daß du sie nicht allein durch deinen Wucher ausgesogen hast, sondern, wenn du die Macht gehabt hättest, welche Saul vor seiner Bekehrung gehabt, wärest du viel ärger als Saul mit den Christen umgegangcn. Nicht Trübsal, nicht Angst, nicht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.