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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 7-8 (1879) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
7-8 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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120 von demselben Weiteres über seine Seelenführnngen zu hören. Felix' antwortete ihm auch, holte sich aber, ehe er einen Brief schrieb, stets den Rath des Pred. Kern ein, der ihm dann seine Ansichten über die in Frage stehenden Punkte sagte. Unter diesem Briefwechsel aber wuchs die innere Unruhe Mendels; der Gedanke an den Tod beschäftigte ihn immer mehr, und es quälte ihn tief, daß er in der That mit allen seinen jüdischen Glaubensüberzeugungen nicht zu einer befriedigenden Gewißheit über die Ewigkeit gelangen konnte. Von stets sich steigernder Angst gepeinigt, entschloß er sich endlich, den Pred. Kern selbst aufzusuchen, damit derselbe ihm zurechthelfe. Das geschah am 3. August 1757. Der evangelische Geistliche begrüßte den Juden auf's Herzlichste, und es erfolgte nun eine lange Unterredung. Der Messias Gottes war das wichtigste Thema dieses Gespräches; der Erfolg desselben war, daß Mendel einsah: der Messias könne nicht ein weltlicher König und sein Reich nicht ein Reich von dieser Welt sein. Von diesem Punkte aus wurden nun aber auch alle anderen Lehren des Christenthums besprochen, und der jüdische Gelehrte fühlte es jetzt, daß dieselben innerlichst zusammenhingen. In Mendel stritten zunächst zwei Gewalten miteinander. Er konnte sich endlich jedoch der Erkenntniß nicht länger verschließen, daß Jesus Christus der Goel (Erlöser) sei; aber dagegen erwachte auch in ihm die Sorge um sein ferneres irdisches Schicksal und widerrieth ihm, der inneren Stimme zu folgen, die ihn zu Christo rief. Bis zum Mai 1758 ging er in solchen inneren Kämpfen dahin, aber er kämpfte einen ehrlichen Kampf, und am 7. Mai d. I. konnte er deshalb an Pred. Kern schreiben: „Ich glaube jetzt mit völliger Zuversicht, daß der Messias gekommen, und daß Jesus von Nazareth derselbe ist; dem lebe und sterbe ich nun. Darum, wenn Sie es um des Lohnes willen, den Jesus allen Gerechten verheißen hat, wollen, so machen Sie mich bald durch ihn selig. Ich überlasse mich des Herrn Hofpredigers Sorge, Hülfe und fernerem Unterricht und will den Jeschua (Jesus) vor aller Welt bekennen, so lange ich lebe." Nun aber entschloß er sich auch, solches sein Bekenntniß öffentlich zu thun. Deshalb bat er Pred. Kern, mit ihm wie einst mit Felix in die Judenschule zu gehn und, ohne daß Jener sich mit

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