Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 5-6 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dibre Emeth oder Stimmen -er Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begonnen von I. C. Hartmann, fortgesetzt von B de le Roi. Nr. 5 u. 6. 1879. 35. Jahrgang. Kampf und Sieg in der Synagoge zu Weikersheim. Am 25. December 1729 wurde zu Jungbunzlau in Böhmen unter dem Kartenspiele der Juden, durch welches sie damals gern die heilige Nacht zu entweihen pflegten, Selig Benjamin geboren. Der Vater desselben war ein Rabbiner, der später eine Anstellung in Mainz erhielt. Der Sohn wurde, um zu studiren, zu dem berühmten Rabbi Jonathan nach Metz und später zu dem gleichen Zwecke nach Prag gesandt. Allmühlig erwachten bei ihm Zweifel an manchen Punkten der jüdischen Lehre, und als er nun selbst Lehrer wurde, trat ihm unter seinen Studien immer Mehreres entgegen, was ihn befremdete. Daran dachte er deswegen aber freilich nicht, ein Christ zu werden, denn es ärgerte ihn zu Vieles an dem Leben so mancher Christen. Doch wollte er wenigstens die christliche Lehre kennen lernen, um zu erfahren, ob diese die Bedenken, welche chm hinsichtlich der eigenen Lehren aufgestoßen waren, zu beseitigen vermöchte. Er nahm deshalb die Gelegenheit der Unterhaltung mit einem katholischen Geistlichen wahr und befrug denselben über die ihm wichtigen Punkte. Der Vater hörte hiervon und suchte den Sohn nun eifrig von diesem Verkehr abzubringen. Dieser jedoch ließ sich nicht mehr zurückhalten, und der Pfarrer war sehr bemüht, den jungen Juden an sich zu ziehn. Besonders viel sprach er zu ihm von dem Reiche des Messias, auf die inneren Fragen dagegen ging er wenig ein; und während in Benjamin Selig allmählig eine Unruhe über das Seligwerden erwachte, sagte ihm der Pfarrer gerade hierüber wenig, was sein Herz und Gewissen befriedigt hätte.