Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 3-4 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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64 unterschieden sie vom Christenthum, und waren selbst ungewiß, ob die Taufe zum Christenthum gehöre. Kein Wunder daher, daß es ihnen Ueberwindung kostete, in die römische Kirche übertreten zu müssen, nachdem ihnen Frank eine bessere hatte aufrichten wollen. Auf die schroffe Behandlung endlich, welche alsdann die Frankisten bereits ein halbes Jahr nach der Taufe erfuhren, füllt aus den obigen Nachrichten ein neues Licht. In dem Kreise derselben hatte man jetzt offenbar mehr von der evangelischen Kirche gehört, und was man über dieselbe vernommen, hatte sichtlichen Eindruck gemacht. Man fürchtete römischerseits einen Abfall der Neubekehrtcn von der Papstkirche und antwortete deswegen mit Gefängniß und Ketten. Sollte Frank selbst seinen Anhängern, als er sie mit der katholischen Kirche unzufrieden sah, nahe gelegt haben, an eine Verbindung mit der evangelischen Kirche zu denken, so wird er für seine Person dies auch nicht aufrichtiger gemeint haben, als dies hinsichtlich der katholischen der Fall war. Während seines späteren Aufenthalts in Offenbach blieb er ja katholisch und erhielt auch den Zusammenhang der Seinen mit der römischen Kirche aufrecht. Innerhalb jenes seines Anhanges dagegen, der die Taufe annahm, blieb ein ernsteres, religiöses Sehnen ungestillt. Die katholische Kirche aber hat diese Bewegung verrinnen lassen und ihre Weiterentwickelung im Keime erstickt, Kirchenthum siegte hier über Christenthum. Heute ist der Chasidismus im Osten die entartete Fortsetzung der Zewi'schen und Frank'schcn Bewegung; die römische und die griechische Kirche haben auf den Gang desselben noch keinen Einfluß gewonnen; gebe Gott, daß die evangelische Kirche demselben einmal mit einem lebensvolleren Zeugnisse entgegentreten könne. Eins aber lernen wir aus dem Allen: Der letzte Rückgang bei allen tieferen Fragen der Juden führt sie auf die christliche Antwort; und Dreieinigkeitsgedanken und die Menschwerdung des Sohnes Gottes bleiben nach wie vor eine Macht über ihre Herzen. Inhalt: Pastor G. T. Zcitmann, ein Proselyt. — Aus Abessinien. — Judentausen in Wien. — Bewegungen unter den polnischen Juden im 18. Jahrhundert. II. Bon Auswärts erhalten: H. P. D. in G. 7 Mk. 70 Pf. F. M. P. in F. 6 Mk. H. A. G. in H. 21 Mk. 55 Pf. H. H. B. in R. 5 Mk. 25 Pf. H. P. S. in G. 3 Mk. F. L. in W. 2 Mk. F. S. in G. 2 Mk. H. D. G. in N. 35 Mk. 70 Pf. F. v. P. in S. 5 Mk. Herzlichen Dank den lieben Gebern! Preis des Jahrgangs 1 Mk. Briefe und Liebesgaben für die Judenmisston sende man gefälligst an „Pastor de le Roi, Breslau, Grün-Straße 20". 3» Commission: Carl Dülfer's Verlag i« Breslau. Druck der Schreiberhau-Diesdorfer Rettungs-Anstalten. (Diesdorf bei Kuhnern.)