Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 3-4 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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47 Der unsererseits gerichtlich vergeladene Theil übergab seine Punkte, welche er alle Juden zu glauben lehrt. Nach einer langen Untersuchung, und da man sich verschiedene Male gestellt, während der Zeit die Unseren aber mancherlei Verfolgungen ausgesetzt bleiben mußten, thaten diese endlich dar, wie sie der ihnen zugemutheten bösen Thaten ganz unschuldig seien, und wurden durch das gerechte Urtheil des niemals genug zu lobenden Bischofs und Seelenhirten sowohl unserer Widersacher Bosheit, als unsere Unschuld offenbar und nach Verdienst gerichtet. In was für einer Ordnung dies Alles geschehn, und wie uns Gott wider alles Vermuthen, da wir der polnischem Sprache nicht mächtig waren, so vollkommen beigestanden, daß unser angeklagter Theil das, was er gelehrt, Polnisch und Hebräisch zu Papier bringen können, kann aus dem geistlichen Gerichts-Protokoll zu Kamieuiec mit Mehrerem erfahren werden. Die Gerichte des Höchsten sind verborgen und ihm allein bekannt. Denn kaum war, so zu sagen, das zu unserm Heil abzielende Dekret gefällt, als es dem Höchsten gefällt, mit diesem gottesfürchtigen Seelenhirten und Bischof es ebenso zu machen, als ehemals mit Mose geschah, der, wiewohl er unsere Väter aus Aegypten geführt, dennoch die Süßigkeit des gelobten Landes nicht gekostet hat, sondern Solches auf Befehl dem Josua, dem Sohne Nun, überlassen mußte. Wir wurden durch eine solche Aenderung innigst gerührt, zumal sie zu einer Zeit geschah, da wir dessen Beistand am meisten nöthig hatten; ja, wir fingen an, uns zu beunruhigen und zu zweifeln. Dennoch aber hoffen wir, daß unser barmherziger Vater, der auch unfern Vätern nach Mose einen Josua gab, uns an der erlauchten Person Ew. Exc. einen andern Führer und Helfer, ja einen großen Arbeiter in seinem Weinberge geben werde. Wir verlassen jetzt den Theil, der von menschlicher Hilfe weit entfernt ist, der gleichsam aus seinen eigenen Wohnungen vertrieben und mit Hunger und Kummer streitet, in Hoffnung der Besserung wegen der ewigen Belohnung. Wir selbst aber, die wir in bemeldeten und andern Ländern zerstreut sind, bringen unser Dankopfer vor Gott dar, da er an seine Verheißung gedenkt und die Güter des Heils schon längst solchen Völkern gegeben, die ihn nicht kannten, und auch noch uns.