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Dibre Emeth · 1879-01-01 · 3-4 (1879) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
35 (1879)
Issue
3-4 (1879)
Date
1879-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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43 reden; die Meisten bringt Neugierde oder eine Bettelei, die sie an mich haben, in mein Hans. Die Hungersnoth ist noch immer im Steigen begriffen. Viele sterben, Andere, die liegen bleiben und vor Schwäche nicht weiter kommen, werden von Hyänen und andern wilden Thieren gefressen. In anderthalb Monaten sind zu Aseso 6 Kinder, die eltern- und heimathlos waren, von Hyänen gefressen worden. Und wie die Menschen durch den Hungertod hinweggerafft werden, -so das Vieh durch eine verderbliche Lungenseuche." Ferner schreibt er: „Die meisten meiner Schüler kommen nackt in die Schule, weil bei den hohen Preisen der Lebensmittel deren Eltern ihnen keine Kleider kaufen können. Wie dankbar wäre ich, wenn Freunde in Europa mir mit Liebesgaben behilflich wären, jedem dieser Schüler auch nur ein Kleid zu kaufen; und wie gut wäre es, wenn wir Mittel hätten, diese armen, hungernden Waisen aufzunehmen, um sie von dem Hungertod zu retten und in der Furcht des Herrn zu erziehen. Mein Gehalt für das laufende Jahr (280 Mk.) habe ich beinahe verausgabt, und doch ist es erst Mai. Aber das Evangelium predigen und die Hungernden leer von unserer Thüre abweisen, können wir nicht, weil es nicht harmonirt. Bitte, helfen Sie uns!" Ueber die politischen Verhältnisse des Landes schreibt er günstig. Im ganzen Reiche herrscht Ruhe und Friede. König Johannes hat sich mit König Menelek ausgesöhnt. Letzterer machte Johannes ein Geschenk von 3000 Pferden, wofür Johannes ein Gegengeschenk von 100 Flinten und 2 Kanonen machte. Am Schluß des Briefes bittet er dringend, ich möchte doch bald kommen. — Die Berichte der übrigen Brüder sind unterwegs." Zudentanfen in Wien. Durch die Güte des Herrn D. Wilkens und des Herrn Pfarrer Kanka, wie durch die freundlichen Bemühungen des Herrn Missionar I. Bahri in Wien ist unser Blatt in den Stand gesetzt, die Zahl aller in der österreichischen Hauptstadt von Seiten der lutherischen und der reformirten Kirche bisher getauften Juden anzugeben. Jene Gemeinden sind ja noch nicht sehr alten Datums und die Verhältnisse derselben inmitten der erdrückenden katholischen Majorität sehr schwierige. Um so bedeutsamer ist es, wenn in

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