Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 35 (1879)
- Issue
- 1-2 (1879)
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Judenthums (Nr. 41, 1878) auf diesen Vorwurf unseres Blattes gegeben hat. Dieselbe schreibt gegen unsere Dibre Emeth: „Diese Anklage gehört in die Klasse der niedrigsten Verlämndungen, denn wir können doch nicht annehmen, daß die Redakteure und Mitarbeiter des Missionsblattes so wenig mit der Geschichte dieser 18 Jahrhunderte bekannt sind, um eine solche Anklage für aufrichtig und der Wahrheit gemäß zu halten. Wissen sie nicht, daß schon die ersten christlichen Concilien die schärfsten Dekrete gegen die Juden erließen, welche etwa ihre eigenen Sklaven zum Judenthum bekehrten? Wissen sie nicht, daß christliche Staaten den Uebertritt zum Judenthum nicht blos verboten, sondern mit dem Tode aus dem Scheiterhaufen bestraften? Daß noch heute in Rußland selbst auf den Rücktritt eines Juden zum Judenthum die Verbannung nach Sibirien steht? Daß in den meisten europäischen Staaten kaum seit einem halben Jahrzehnt unser Uebertritt erlaubt ist, welche Erlaubniß bereits sehr zahlreich benutzt wird? Haben diese Leute vergessen, daß jeder Versuch eines Juden während dieser ganzen 18 Jahrhunderte zur Proselytenmacherei nicht blos völlig erfolglos , gewesen wäre, auch nicht allein für ihn, sondern für die ganze Gemeinde, vielleicht für die Judenheit des ganzen Landes Tod und Verderben herbeigeführt hätte? .... Die Juden thaten, was sie vermochten. Sie kämpften ihrer Religion willen um das eigene Dasein und opferten willig Gut und Blut um das Bekenntniß des einzigen Gottes. Sie widmeten ihrer Lehre eine unermeßliche Geistesarbeit, die in einem umfassenden Schriftthum der Welt vorliegt. Man zeige doch noch eine einzige Nation von wenigen Millionen, die geknechtet und verfolgt eine solche Literatur hervorbrachte und pflegte! Seitdem die Fesseln gefallen, seitdem die Censur ihnen nicht mehr jedes freie und offene Wort untersagt, haben die Juden angestrengt daran gearbeitet, ihre Religionslehre vor der ganzen Welt in klares Licht zu stellen; sie unterließen nichts, um ihr Wort vernehmbar zu machen und die Wahrheiten, die sie bekennen, in alle Welt hinauszutragen. Das wird ihnen schon genugsam verübelt, und man macht es ihnen durch möglichstes Jgnoriren sehr schwer. Eine solche Propaganda ist die wahre Pflicht eines jeden Bekenners einer Religion, und wir erfüllen sie nach Kräften. Hingegen Sendlinge, besoldete Personen hinauszuschicken und hier nnd da mit allen möglichen