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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 11-12 (1878) · page 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
11-12 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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204 religiöses Streben, wenn auch in falscher Richtung und auf falschen Bahnen. Daß er diese -falsche Bahn eingeschlagen, hat ihn immer1 tiefer herabgebracht, so daß er schließlich in der Religionslosigkeit endigt. Aber die tiefere Stufe ist eben die tiefere Stufe, und der Verbrauch an der noch vorhandenen religiösen Kraft ist ein Anzeichen dafür, daß sich die Entscheidung für Israel mit-Macht naht. So gewiß aber der Mensch nicht vom Brote allein lebt, so gewiß wird auch Israel, wenn es nun in allen seinen Abtheilungen am Tische der Kulturherrlichkeit sitzt, an demselben nicht satt werden. Für Israel sagt uns die Schrift aber noch etwas Anderes. Israels treuster Sohn, der Apostel Paulus bezeugt es mit dem größten Könige aus der Zeit vor Christo, mit David, daß ihm gerade sein Tisch, und das heißt doch eben sein äußeres Wohlsein, zum Stricke werden wird. Israel hat die Gerichte, die es in der talmudischen Zeit hin und her, bald hier, bald dort einmal in jenen entsetzlichen Verfolgungen ereilt haben, nicht verstanden; nun steht ihm noch ein Gericht bevor, welches den ganzen Stamm auf einmal trifft. Wenn der ganze Stamm zu einem Wohlsein gelangt sein wird, das ihm die neue Kulturperiode gewährt, und dann jene Gottvergessenheit, die überall in Israel mit dem neuen Kulturleben einzieht, ihre eigentliche Höhe erreicht haben wird, dann ist mit der Stunde der größten Sicherheit auch die des gewaltigsten Gerichtes gekommen. Die Zeugen Gottes, welche auf der Warte seines Wortes stehen, sehen diese Zeit eilend hcrbeikommen. Darum erheben sie den warnenden Wächterrus und werden darin auch nicht müde werden. Aber sie getrösten sich auch dessen, daß derselbe Heiland, welcher aller Welt Richter ist, der Retter aller Verlorenen sein will, und darüber wird ihr banges Herz fülle. Heute aber ist noch Gnadenzeit, und heute braucht also noch kein Jude, wie auch kein anderer Mensch, in den Abgrund des Verderbens zu versinken, sondern: „Jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils!" und deshalb: „Heute, so ihr seine Stimme hört, verstocket eure Herzen nicht!" Inhalt: Das 69. Jahr der Londoner Misston. Preis des Jahrgangs 1 Mk. Briefe und Liebesgaben für die Judenmission sende man gefälligst an „Pastor de le Roi, Breslau, Grün-Straße 20". 3» Commission: Carl Dülfer's Verlag in Breslau. Druck der Schreiberhau-Diesdorfer Rettungs-Anstalten. (Diesdorf bei Kuhnern.)

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