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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 11-12 (1878) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
11-12 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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176 Die Nothwendigkeit, die christlichen Gemeinden durch Predigten auf die Judenmission hinzuweisen und so das Interesse derselben für diesen Zweig der Arbeit im Reiche Gottes zu erwecken, wird gegenwärtig in England lebhaft empfunden, und Kanzeln in den bedeutendsten Kirchen sind für diesen Zweck gern zur Verfügung gestellt worden. Große Schaaren von Christen und verhältnißmäßig zahlreich auch Juden aus allen Klassen und von den verschiedensten religiösen Ueberzeugungen haben diesen Gottesdiensten beigewohnt. In einigen Fällen haben die Kirchen die Zuhörer nicht fassen können, und viele mußten umkehrcn; in der Parochialkirche zu Leeds hatten sich über 4000 Christen und Juden eingefunden. In der St. Michaels-Kirche zu Manchester wurde als Text der letzte Vers aus Hosea erwählt: „Die Wege des Herrn sind richtig, und die Gerechten wandeln darinnen, aber die Uebelthäter fallen darinnen", weil der Rabbiner zwei Stunden zuvor dieses Wort in seiner Predigt auf die Missionare, die er beim jüdischen Gottesdienst anwesend erblickt, angewandt und seine Zuhörerschaft vor denselben gewarnt hatte. Ohne Uebertreibung darf man aber wohl sagen, daß jeder Missionsgottesdienst auf einmal das Werk von Monaten thut. Die Hindernisse, welche sich dem persönlichen Verkehr des Missionars mit den einzelnen Juden in England entgegenstellen, sind zahlreich und fast unüberwindlich. Diese Gottesdienste aber führen eine Klasse von Juden herbei, die, wie ihre übrigen Mitbürger in ähnlicher gesellschaftlicher Stellung, vom Missionar sonst nicht erreicht zu werden pflegen, und greifen nun einmal ihre Vorstellungen von dem Evangelium, wie sie ihnen aus den systematischen Entstellungen der jüdischen Presse geläufig sind, an. Allerdings nur wenige von denen, die bei dieser Gelegenheit im christlichen Gotteshause erscheinen, kommen aus dem Verlangen, sich über die Wahrheit zu vergewissern, die Meisten zieht die Neugierde herbei; denn sie wollen es einmal gern hören, in welchem Lichte dem christlichen Publikum ihre individuelle und nationale Stellung zum Evangelium dargestellt wird, aber sie hören hierbei nun eben doch einmal das ganze christliche Zeugniß, und das ist von großem Werthe. Ueberdem muß sie der Anblick großer christlicher Persammlungen bewegen, die ihre Kniee in Anbetung vor dem Gotte Israels beugen, und deren Gottesdienste einen Geist der Andacht athmen, den man nie in der Synagoge

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