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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 9-10 (1878) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
9-10 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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148 Besonders muß aber noch darauf aufmerksam gemacht werden, daß von jenen etwa 250 Proselyten der evangelischen Kirche beinahe die Hälfte durch die Judenmission getauft wird. So bedeutsam ist hier die Arbeit derselben, während sie von geringerem Umfange in der römischen Kirche ist, und in der griechischen Kirche eine Mission nur in den allerbescheidensten Anfängen besteht. Die schwierigste Arbeit ist die unter den Juden der evangel. Länder. Wie die christliche Bevölkerung dieser letzteren in Bildung die der andern Kirchen weit übertrifft, so gilt dies auch für die Juden, welche in den ersteren leben. Die Kultur ist aber gegenwärtig der höchste Gott Israels, und die Gemüther der Juden sind nirgends der Religion so satt, als wo sie sich der Kultur mit Herz und Geist ergeben haben. Eben deshalb fordern es auch die Juden der protestantischen Länder am allermeisten, daß man sich ihrer annehme, und daß sie nicht ungestört in den Kulturschlaf versinken; wie denn auch nicht die Erfolge, welche unter ihnen zu erzielen sind, sondern die Gefahr, in welcher sie sich befinden, der stete Antrieb zu unablässiger, nicht ermüdender Arbeit sein muß. Das Kirchenlied als Missionar. Nicht blos die Predigt und das mündliche wie das schriftliche Wort in Prosa, die von Christo zeugten, haben ihre Geschichte unter den Juden, sondern oft auch hat das Lied und besonders das Kirchenlied mit seiner unmittelbar das Herz ergreifenden Gewalt auf dieselben den tiefsten und entscheidendsten Eindruck hervorgebracht. Die Arbeiter unter Israel haben darum je und je diesen Gehilfen in ihrem Werke gern gebraucht, und ein Blick in die Missionszeitschriften wie in die Missionsliteratur überhaupt zeigt, daß man es aus Erfahrung weiß, wie der Weg zum Gemüthe gar oft durch das gedichtete Wort oder durch die Töne des Gesanges geht. Beispiele mnd Beweise hierfür können aus jeder Zeit beigebracht werden; wir wollen sie aber diesmal nur den Tagen der alten Halleschen Mission entnehmen, und thun dies um so lieber, als die Berichte derselben durchaus zuverlässige sind. Die Callenbergsche Mission hat zunächst Stücke des Psalters in gereimte hebräische Lieder umgewandelt, die nach evangelischen Melodien gesungen werden konnten; eine Arbeit, bei welcher der 10*

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