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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 7-8 (1878) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
7-8 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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115 ganz schüchtern wurden und den gefährlichen Kampf ausgaben. Die Prediger des Evangeliums blieben so die Letzten auf dem Plan, und der Erfolg war, daß wir von ihnen selbst darum angegangen .wurden, ihnen doch Schriften zurückzulassen, die ihnen Stoff zum weiteren Nachdenken geben könnten. 15. Betrunken oder öegeistert? Unser jüdischer Wirth zu R. hatte sich Jahre lang in Amerika anfgchalten. Die Art und . Weise unsers Vorgehens erinnerte ihn an ein Erlebniß in jenem fernen Lande: „Ich hörte in Philadelphia einmal einen Straßenprediger zu den Leuten reden; der Mann war kein studirter Geistlicher, sondern ein einfacher Handwerksgescll aus Würtemberg, und doch sprach er mit ungemein großer Gewalt, denn mehrere hundert Leute, die ihm auf den Straßen zugehört, haben ihn dann zu ihrem Prediger erwählt. Ob er betrunken oder begeistert war, wenn er so sprach, das weiß ich nicht." Ich hieß unfern Wirth nach dieser Erzählung mir einmal in ein fernes Land folgen, nämlich nach der Heimath seiner Väter vor 1800 Jahren, nach Jerusalem in der Zeit der Pfingsten. Da traten auch elf Straßenprediger auf die Gassen jener Stadt und predigten einer großen Menge, die zu ihnen, von allen Seiten herbeiströmte. Die Leute aber waren über diese Prediger und ihr Zeugniß bestürzt. Sie wußten nicht, was sie aus ihnen machen sollten, denn es waren lauter Fischer aus Galiläa und ähnliche armselige Leute, und doch redeten dieselben mit einer Gewalt, wie sie dieselbe an ihren Rabbinen noch niemals wahrgenommen hatten. Eine Anzahl hielt die Elf für Betrunkene, 3000 aber fielen auf einmal ihnen zu und wählten sie zu ihren Lehrern, weil sie auch nach der seligen Trunkenheit, welche sie an Jenen wahrgenommen hatten. Verlangen trugen. Und seitdem sind die Elf weiter gedrungen. Ihre Botschaft ist von Land zu Land und über die Meere getragen worden, um überall stets von Neuem die Begierde in Menschenherzen zu wecken, daß auch sie mit der gleichen Trunkenheit erfüllt werden möchten. „Und hier nun, mein lieber Freund, stehn Zwei vor Ihnen, welche ebendieselbe Trunkenheit in die Ferne und bis zu Ihnen getrieben hat, damit Sie es von uns hören: Kommt, Ihr sollt auch von den reichen Gütern im Hause des dreieinigen Gottes trunken werden. Lassen Sie sich von uns einladen und folgen Sie uns, damit Sie werden,

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