Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1878-01-01 · 7-8 (1878) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
7-8 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2554541-2554844-2554849--06998-2563001
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

102 daß es gut ist, in seinem Namen auszuziehen; denn er löst auf diesen Wegen seine Verheißungen ein, daß die Summa solcher Tage Staunen und Anbeten, Loben und Danken, Rühmen und Preisen ist. Oesterreichisch - Schlesien und Ungarn sollten wir mit der Friedensbotschaft durchwandeln, und wir sind in 13 Städten daselbst eingekehrt, um überall ein volles, klares Zeugniß von Christo oblegen zu dürfen. Jeder von uns that es auf seine Weise, Beide aber meinten denselben Heiland, und so erkannten die Hörer es denn auch, daß ihnen dieselbe Sache durch den Mund zweier Zeugen entgegengebracht wurde. Wir trugen gemeinschaftlich Kohlen zn demselben Brand und freuten uns, wenn es durch das Schüren der Hände Beider entzündet wurde. — Wird also in dem Nachfolgenden wesentlich nur die Hand des einen Missionars erkannt werden, dann soll der liebe Leser im Voraus wissen: der eine hat nicht mehr und nicht Besseres, als der andere, gethan; es wagt aber der Freund nicht, auch das zu beschreiben, was der Andere gewirkt und aus seinem eigenen Herzen heraus viel tiefer verstanden oder in dem Licht, darin er cs hat erblicken dürfen, viel klarer erkannt haben wird. Darum also folgt hier nur ein halber Bericht. 1. Isreigeister. Freigeister wollten zunächst die meisten Juden in T. sein, und fast an jedem Orte prahlte eine ganze Anzahl derselben mit ihrem Unglauben. Ich that ihnen aber durchaus nicht den Gefallen, sie in solchem Staate zu bewundern, sondern erzählte ihnen vielmehr, daß ihnen dieser Putz außerordentlich schlecht stünde. Freilich nicht Wenige waren dann voll Eifers, sich vor den Augen der Missionare recht tief im Schlamme und Kothe zu wälzen, damit sie uns die wahre Art ihrer Herzensgesinnung vor die Augen führten. Aber für Viele war es auch wieder, wenn wir ihnen die Erbärmlichkeit des Unglaubens zeigten, mit dem Reize, sich als ungläubig darzustellen, vorbei, und so Mancher hat es sich dann gefallen lassen, wieder einmal den Schmuck und das Ehrenkleid zu betrachten, in dem die Erzväter Moses, David und alle Propheten einhergegangen waren. Für jene Alten fanden sie alsdann dieses Gewand auch wohl recht passend und schön, aber in der Neuzeit wollte man dasselbe jedesfalls nur noch nach dem heutigen Geschmacke modcrni-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.