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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 5-6 (1878) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
5-6 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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68 Nacht sich an einem einfachen Strohlager genügen lassend. Mit den Juden kamen sie aller Orten leicht in den erwünschten Verkehr, und ihre Bücher fanden willige Abnehmer. Am 18. Februar gelangten sie bis Hohenmauth und kehrten in einem vor der Stadt gelegenen Wirthshause ein. Die Gaststube war voll von halbberauschten Leuten. Unter denselben befand sich auch ein kaiserlicher Kommissar, dem die beiden Missionare auffielen. Er legte ihnen einige Fragen vor und zuletzt auch, ob sie Pässe besäßen. Die Beiden bejahten es und überreichten dem Beamten ihre Papiere. Als dieser zuerst den Halleschen Paß ansah, erklärte er denselben für falsch, wollte sich auch durch die andern nicht zufriedenstellen lassen und befahl den Missionaren, ihre Sachen zu öffnen. Da war nun der Kommissar besonders über die jüdischdeutschen Schriften sehr verwundert und schöpfte neuen Verdacht. Die Missionare erklärten ihm deshalb jetzt ganz offen den Zweck ihrer Reise, aber ernteten dafür freilich einen schlechten Dank. Man setzte Manitius die unter seinen Sachen gefundene Perücke auf und verspottete ihn: „Sehet da den Missionar!" Hiernach aber frug man Manitus, ob er nicht der Studiosus Moos sei, her früher ein Freund der Jesuiten, später hussitischer Prediger geworden sein sollte, und auf den man damals gerade fahndete. Es zeigte sich jedoch bald, daß man es mit dieser Person nicht zu thun habe. Die Untersuchung der Sachen ging indeß fort. Da fand man etwas Baumwolle und eine hölzerne Büchse, die eine Salbe enthielt, und nun triumphirten die Herren, daß sie Chrisam gefunden hätten, der bei der Taufe von Juden angewandt werden solle! — ein um so thörichterer Vorwurf, als Evangelische ja gar keinen Chrisam bei der Taufe gebrauchen. Unterdeß war nach dem Stadtrichter geschickt und an denselben das Ansuchen gestellt worden, zwei Leute in Arrest zu führen. Der Richter erschien auch mit zwei Gerichtsdienern. Wiedmann und Manitius wurden nun alle ihre Sachen genommen und dieselben vor ihren Augen versiegelt. Einer der Anwesenden trat inzwischen . hinter Manitius und redete ihn leise an: „Die Herren werden wohl in Arrest geführt werden; gebt mir einen Gulden, so will ich Fürbitte einlegen, daß es nicht geschehe!" Manitius antwortete jedoch: „Nein, das habe ich nicht nöthig. Wenn ich auch in Arrest komme, so habe ich doch nichts zu fürchten, denn ich habe eine gute

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