Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 3-4 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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63 Vom Mchertisch. 1. Von der Geschichte des jüdischen Golkes von Dr. Bäck, Lisia, Scheibel'sche Buchhandlung, liegt die 3. Lieferung vor, welche den Zeitraum von 200—1000 umfaßt. Sehr klar wird die Geschichte des Talmud dargestellt und dessen Wesen so wie die Bedeutung desselben für die Juden geschildert; ebenso aber auch das Karäerthum und die Mystik, welche sich gegen die Uebermacht des Talmud auflehnten. Den Sagen der Juden aus diesem Zeiträume steht der Verfasser nicht kritisch genug gegenüber. Mit der spanischen Periode schließt das Heft. 2. Sehr bedeutsam für die Entwickelung der Dinge, welche zu unserer Zeit vor sich geht, ist eine kleine Schrift von nur 16 Seiten: „Aie jüdische Krage in der orientalischen Krage". Erschienen ist dieselbe in Wien und trägt die Jahreszahl 1877. Der Verfasser hat sich nicht genannt, doch steht unter dem Namen des Buchdruckers: Georg Brög, Maria-Theresiastraße 19 zu lesen: „Unter Betheiligung und Leitung von P. Smolensky". Letztgenannter ist aber der als Herausgeber der hebräischen Zeitschrift „Haschachar" unter den Juden des Ostens einflußreich gewordene jüdische Gelehrte. Darum ist denn auch von vornherein anzunehmen, daß hier Gedanken laut werden, die aus den Herzen nicht weniger Juden Rußlands und Galiziens gesprochen sind. Der Verfasser aber erklärt: Mit der Türkei hat es über kurz oder lang ein Ende, und an die Stelle derselben werden Staaten verschiedener Nationalitäten treten. Jede Nationalität hat in der That auch eine Eigenart, welche selbstständige Entwickelung fordert und Anerkennung von Außen verlangt. Auch in den Juden, und heute mehr denn seit langer Zeit, lebt ein eigenartiges nationales Bewußtsein, und dasselbe fordert seine Befriedigung. Die übrigen Völker haben die Pflicht, dieses Verlangen der Juden zu stillen; inzwischen jedoch dürfen die Staaten, in deren Mitte Juden wohnen, denselben kein politisches Recht vorenthalten. Je mehr aber der Kampf um die bürgerliche Gleichberechtigung der Juden seinem siegreichen Ende entgegensieht, desto mehr erwacht in ihnen der andere Gedanke, welcher ihre nationale Wiederherstellung in's Auge faßt. Bei dem gegenwärtigen Zerfall der Türkei mögen die Mächte