Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 3-4 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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35 Falascha, die sie ft'üher kannten, bewundern sie, und wir zweifeln nicht daran, daß durch ihren guten Einfluß viele sich bekehren und an Jesum glauben lernen werden. Sie besuchen uns oft, und wenn Sie Ihre Genehmigung geben, würden sie sich bei uns auf der Station niederlassen. Die christlichen abessinischen Priester machen ihnen viel Noth. Ich sagte ihnen, um der Proselyten und Falascha willen, welche in Alafa wohnen, sei es nöthig, daß sie dort ausharren. Im März machten die Brüder Aragawi, Liena und ich eine Missionsreise nach Quara, wo die Falascha am zahlreichsten wohnen; diesen aber ist zuvor noch nie das seligmachende Evangelium verkündigt worden. Zu Fuß (barfuß) brauchten wir 8 Tage. Es ging bergauf bergab, durch steinige, dornige Wildnisse, die voll wilder Thiere und Schlangen waren. In den Tiefländern brannte eine tropische Sonne sengend auf uns nieder. Eines Tages fielen wir einer Räuberbande in die Hände, die uns sogleich festnahm und zu ihrem Hauptmann führte. Wer seid ihr und warum wollt ihr nach Quara? fragte derselbe. Wir sind Boten Christi, sagten wir, und wollen den Falascha das Evangelium von Jesu verkündigen. Als der Räuberhauptmann das hörte, wurde er freundlich und ließ uns ein Mittagessen geben; während wir aßen, setzte er sich zu uns, und wir redeten zu ihm und seinen Leuten von der süßen Botschaft, daß Jesus Christus vom Himmel herniedergekommen sei, die Sünder zu erlösen. — Nachdem wir gegessen hatten, setzten wir unsere gefährdete Reise fort. Der Räuberhauptmann gab uns von seinen Leuten eine Bedeckung, welche uns durch eine sehr gefährliche Wildniß begleiteten. Wir dachten: Der Herr hat's ihn geheißen (1. Mose 31,24). Müde und erschöpft, mit vielen Wunden und Dornen in unfern Füßen, erreichten wir am achten Tage Wofta, einen großen Falascha-Ort, in dem Aba Simeon, der Oberpriester wohnt. Er empfing uns sehr freundlich und versammelte auf unsre Bitte am folgenden Tage alle Falascha in und um Wofta. Etwa 200 kamen zusammen. Auch viele abessinische Christen wohnten der Versammlung bei. Ich redete sie etwa so an: Väter und Brüder! Ihr alle wißt, daß ich vor 16 Jahren wie ihr als Falascha hoffte, durch das Halten des Gesetzes Mosis selig zu werden. Tadellos wandelte ich vor allen Falascha im väterlichen Gesetz. Wir, meine Eltern und ich, opferten unsere 3*