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Dibre Emeth · 1878-01-01 · 3-4 (1878) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
34 (1878)
Issue
3-4 (1878)
Date
1878-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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34 Kampf des Glaubens kämpfen. In ihren Familien und untereinander leben sie in Liebe und Frieden, was, so lange sie Falascha waren, nicht ihre Gewohnheit war. Von den Proselyten auf der Station darf ich sagen, wir leben untereinander im Geist brüderlicher Liebe. Wenn wir durch Einquartierung nicht verhindert sind, besuchen wir die Falascha in ihren Dörfern und reden mit ihnen über das Heil ihrer Seelen. Alle, die von Gott erwählt sind, nehmen unsre Botschaft dankbar auf und freuen sich, wenn wir ihnen die wunderbaren Stellen vorlesen und erklären, welche in Jesu erfüllt sind, und ihnen den Weg zum Leben zeigen. An den Sonnabenden, wo alle Falascha zu Hause sind, bringen wir Stunden und halbe Tage in ihren Dörfern damit zu, daß wir ihnen die seligmachende Wahrheit verkündigen und ihre Einwürfe widerlegen. Wenn ich in kurzen Worten den Erfolg dieser unsrer Arbeit angeben soll, muß ich sagen: Einige sind sehr hartnäckig und sagen: Wir wollen lieber verloren gehen, als unfern Glauben, den wir von unseren ehrwürdigen Vätern ererbt haben, verläugnen. Andere werden bewegt und fangen selbst an nach der Wahrheit zu forschen. Oft sagen sie: Wenn wir euch hören, sind wir überzeugt, daß ihr Recht habt; aber so bald ihr unsre Dörfer verlaßt, kommen unsre Priester und sagen: An Christum glauben, ist Götzendienst. Die Gnade unsers Herrn aber giebt uns auch immer Solche, denen er das Herz aufthut und die glauben. In Dagusa lebt ein Falascha-Priester, der glaubt, er ist aber noch nicht getauft. Ein befreiter Sklave, Aba Simeon (das geistige Oberhaupt aller Falascha) kam zu uns und legte folgendes Bekenntniß ab: Ich bin Falascha geworden in der Hoffnung, als solcher durch das Gesetz Mosis selig zu werden; aber ich sehe, ich bin im Jrrthum, und bin nun gekommen, euch um Unterricht und um die Taufe zu bitten. Zwei andere Priester, nahe Verwandte von Aba Simeon, forschen nach der Wahrheit. Die zwei Priester, Aba Elias und Aba Te-esasu, die voriges Jahr getauft wurden, lehren die Falascha in der Provinz Alafa und geben durch ihr frommes Gebetsleben unfern Bekehrten ein gutes Beispiel. Als Falascha-Priester hatten sie, wie alle anderen, ein gutes jährliches Einkommen. Sie brachten dasselbe um Christi willen zum Opfer. Jetzt leben sie in großer Armuth, sind aber, wie alle Kinder Gottes, zufrieden und glücklich.

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