Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 34 (1878)
- Issue
- 1-2 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554844-2554846--06904-2562904- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
11 geschehn sei? Denn um Cyrus Zeit und nach seiner Zeit ist kein sonderliche Gerechtigkeit auf Erden kommen, denn zuvor und hernach bei andern Königen gewesen ist. Auch ist zu Davids und Salomons Zeiten gar viel größer, denn zu Cyrus Zeiten Gerechtigkeit gewesen, noch nennet dieselben die Schrift nicht ewige Gerechtigkeit. Darum muß diese Gerechtigkeit viel höher sein, denn auch zu Davids Zeiten, des allerheiligsten Königs war, geschweige, daß der Heide Cyrus sollt solche Gerechtigkeit zu seiner Zeit gehabt haben. Weiter, weil hier Gabriel sagt, daß die Stadt Jerusalem soll wiedergebaut werden in 7 Wochen, und darnach Messias ausgerottet werden über 62 Wochen, wie kann's denn der König Cyrus sein, welcher zuvor erschlagen ward, ehe die 7 Wochen angingen, oder so ihre Rechnung wahr ist, zum wenigsten ehe denn Jerusalem wieder gebaut ward? Wie kann's denn einerlei Messias sein, der vor dem Wiederbauen Jerusalems erschlagen, und der nach 62 Wochen nach dem erbauten Jerusalem ausgerottet ist? Also schließen wir und überwinden der Juden Jrrthum mit Gewalt, daß der rechte Messias gekommen sei nach dem wiedergebauten hernach und vor dem zerstörten Jerusalem. Denn es ist ja kein Messias ertödtet vor dem zerstörten Jerusalem ohn unfern Herrn Jesus Christus. Darum wollen wir nun den Text sehen, wie gewaltiglich er sich auf unfern Herrn Jesum Christum schickt. Ich muß aber reden vor denen, die da wissen die Historie der Königreiche, denn wer sie nicht weiß, wird mich nicht wohl verstehen. Das Gewissest ist in dieser Sache zurückrechnen. Nämlich daß man anfahe an der Zeit, da Jesus getauft war und anfing zu predigen. Auf dieselbige Zeit redet Gabriel, da er spricht, bis auf den Fürsten Messias, als sollt er sagen: Ich rede nicht bis auf die Geburt Christi, sondern auf das Fürstenthum Christi, da er anfing zu regieren, lehren, meistern und sich stellen als ein Herzog, dem man folgen soll nach der Taufe Johannis; daselbst aber war Christus bei 30 Jahr alt. Nun ist's bei allen Schriftkundigen ungezweifelt, daß Gabriel hier rede von Jahrwochen, daß also 70 Wochen allhier 490 Jahr sind. Wenn man nun so vom 30. Jahr Christi zurückrechnet, so kommt man auf das 20. und letzte Jahr Cambyses, des andern