Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 11-12 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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... Nun lassen Sie mich Ihnen auch etwas von meiner Arbeit erzählen. ■ Sonntags nach dem Frühstück ordne ich. die Schule her für den Gottesdienst. Nachdem die Ochsenhäute und Strohmatten zum Sitzen auf den Boden ausgebreitet (Stühle und Bänke giebt es hier zn Land nicht) und die Gebetbücher und N. Test, bereit gelegt sind, nehme ich die große Glocke und läute zum Gottesdienst. Alle die Gläubigen, Männer, Frauen, Jünglinge, Jungfrauen, Knaben und 'Mädchen kommen herbei. Nur die Frau vom Kände Fomta kommt nicht, aber viele koptische abess. Christen kommen in unfern Gottesdienst. Ich habe immer eine große Freude, wenn ich viele aufmerksame Zuhörer kommen sehe. Nach dem Gebet lesen »vir ein Kapitel der Reihe nach; Jeder, der lesen kann, hat eine Bibel und liest seinen Vers, so oft die Reihe an ihn koinint. Nachdem das Kapitel zu Ende gelesen, redet Br. Aragawi oder Debtera Bern über einen Abschnitt über die wichtigsten Verse; hie und da reden Mehrere. Nachdem gebetet, geht Jeder nach Hause. Abends kommen wir zu gemeinschaftlichem Gebet und Lesen des Wortes Gottes zusammen. An den Wochentagen halte ich mit der jüngeren Klasse Schule. Br. Aragawi unterrichtet die älteren Klassen. Wir haben viele Kinder und können noch mehr bekomlnen. Viele Eltern bitten uns, ihre Kinder in unsrer Schule zu unterrichten. Ich habe eine große Freude an dem Unterrichten der Kinder, und ich bitte täglich den Herrn, mir recht viel Liebe zu den Kindern zu schenken.' O daß es Gott gefallen »nöchte. Seine Verheißungen an Aethiopien bald zu erfüllen. Lieber Vater, beten Sie mit uns darum, und wie Sie angefangen haben, für unser Volk zu arbeiten und zu beten, fahren Sie fort. Ich muß es Ihnen bekenne»», daß ich oft großes Verlangen nach Ihnen habe. Es ist noch kein Tag, keine Nacht vergangen, >vo ich nicht in Gedanken in Europa gewesen wäre und im Geiste die vielen Freunde, die uns lieben, besucht hätte. Ihrer Frau und Kindern, Herrn und Frau Dr. Krapf, allen Lehrern und Frauen auf Crischona und den Lieben im Fälkle bitte ich meinen Salam zu sagen. Geschrieben von Ihrem Sie von ganzem Herzen liebeuden Sohne Sanbatu Daniel. Inhalt: Eine Missionsreise in Ungarn. — Judentaufen in diesem Jahrhundert. — Jüdisch-christliche Mischehen in Preußen. — Zahl der Juden in Preußen. — Neu erschienene Bücher. — Neuestes über die abessinische Mission. — Noch ein Brief des Falascharnissionars Sanbatu. Preis des Jahrgangs 1 Mk. Briefe und Liebesgaben für die Judenmission sende man gefälligst an „Pastor de le Roi, Breslau, Grün-Straße 20". Zn Commission: Carl Dülfer's Verlag in Brest««. Druck der Schreiberhau-Diesdorfer Rettungs-Anstalten. (Diesdorf bei Kuynern.)