Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 9-10 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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160 Schäden im andern Lager; um so mehr erweckt der Ultramontanismus in der römischen und die Selbstauflösung vieler der bestehenden großen protestantischen Kirchen den Gedanken in den Juden, daß sie gerade aller Welt gegenüber Recht hätten und die Wahrheit besäßen. So wird denn also das Selbstbewußtsein und der Trotz nur desto größer; stolzer und hartnäckiger haben auch die Juden gegen die Apostel und die erste Kirche und gegen Titus und die römischen Kaiser nicht festgestanden, als heute jene große Masse unter ihnen, welche sich unter der Parole „Juden und Judenthum" sammelt. Der Kulturfortschritt hat dem alten Sinne nur noch eine neue Nahrung gegeben; man bewundert nun die eigene Vergangenheit in allen ihren Zeiten und Perioden und feiert sie, feiert jetzt sogar den im eigenen Lager vielfach verachteten Talmud der Christenheit gegenüber, nur um sich in sich selbst zu sonnen und alles Nichtjüdische tiefer denn jemals unter den eigenen Füßen zu erblicken. Diealte Selbstgerechtigkeit jubelt und stimmt ein ganz besonderes Siegeslied an, weil es ihr gelungen ist, Pharisäismus und Sadducäismus, Unglauben und Weltsinn mit Selbstvergötterung zu vereinigen. Das ist der neue Typus des Christum verwerfenden Judenthums und ist die Signatur seiner ferneren Entwickelung zum grausenhaften Abschlüsse hin. — Vom Osten zieht es indcß wie Wetterleuchten auf, und gerade über den Hauptsitzen der Juden sammeln sich die dichtesten Wolken; die Zukunft wirst ihr scharfes Licht in Strahlen bereits voraus. Zu derselben Zeit aber ringt sich auch das Sehnen und Seufzen nach Frieden aus so mancher Brust heraus, und unter dem Gruße des Evangeliums fängt es an, Licht in so manchem jüdischen Herzen zu werden; der Friedefürst in der Martergestalt offenbart ihm seine Schöne, und anbetend ruft es ihm entgegen: „Gedenke auch an mich!" Hier vernehmen wir Missionare aber auch eine Weissagung und zwar eine Weissagung, welche uns Trost über den grauenvollen Schluß hinaus bringt, der dem jüdischen Stamme noch bevvrsteht. Gericht zuerst, aber Rettung darnach, das sagt uns der Geist der Offenbarung, und Christo, dem Richter, hören wir gebeugt, zerschlagen, aus dem Staube her das Israel der Zukunft entgegenrusen: „Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!" Inhalt: Die Londoner Mission 1876. Bon Auswärts eingegangene Liebesgaben: H. in P. 12 Mk. D. H. in U. 20 Mk. M. P. in F. 4 Mk. F. P. v. S. in D. 4 M. Herzl. Dank! Preis des Jahrgangs 1 Mk. Briefe und Liebesgaben für die Judenmisston sende man gefälligst an „Pastor de le Roi, Breslau, Grün-Straße 20". 3« Commission: Carl Dülfer's Verlag in Breßla«. Druck der Schreiberhau-DieSdorfer Rettungs-Anstalten. (Diesdorf bei Kuhnern.)