Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 7-8 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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111 Cap. IV. weitere Begebenheiten bis 1760. 8i. Meine in dem vorigen Capitel gemeldete Ankunft in Halle geschähe zwar mit Vergnügen, doch auch mit untermischter Bekümmernis; vergnügt war es, daß ich den Direktor und Stifter dieser Anstalt, Herrn I). Callenberg gesund und wohl antraf; der angegangene Krieg aber, welcher je länger, je heftiger ausbrach, verursachte bei dem Instituts manche Besorgnis. Die Wege wurden mehr und mehr unsicherer, daher ich sobald keinen neuen Reisegefährten bekommen konte. §. 2. Der Zweck meines Aufenthalts in Halle war dieser, theils einen Reisegefährten für mich, theils einen Prediger für Smirna zu verschaffen.*) Gegen das Ende des Jahres wurde ich nach Berlin gerufen, woselbst ich nebst denen übrigen Beschäftigungen, auch ersucht wurde zu predigen. Diese zwey Predigten ließ man in Berlin drucken, davon einige Exemplaria nach Halle kamen. Indessen traf ich auch wieder hier ein und wolle mich ganz in der Stille aufhalten; allein, auf vieles Anhalten verschiedener Freunde, mußte ich in der hiesigen St. Ulrichskirche predigen. Bald darnach wurde der damalige Pastor von besagter Kirche und Professor bey hiesiger Universität, Herr Dr. Struensee, als General - Superintendens von Halle nach Holstein berufen. Der Oberdiaconns der hiesigen St. Ulrichskirche, Herr Meier aber, wurde zum Pastor und ich an dessen Stelle zum Oberdiacono erwählet, berufen und zu Magdeburg confirmiret. An meinem Namenstage, den 26. Decemb. *) Ehe ich von Smirna Ao. 1756 abreisete und daher in einer öffentlichen Predigt Abschied nahm, wurde ich von denen dortigen Evangelisch- Lutherischen Einwohnern ersuchet, entweder selbst von Halle aus wieder zurück zu kommen, und bey ihnen als ihr ordentlicher Prediger zu bleiben; oder ihnen einen redlichen und geschickten Mann an meiner statt zuzusenden. Als ich ihnen das letztere Wort versprochen hatte, gaben sie mir für mich, wie auch für den Herrn l>. Callenberg geschriebene und untersiegelte Vollmacht, ohne weitere Anfrage einen Candidaten auszusuchen, ordinircn zu lassen und ihnen zuzuschicken.