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Dibre Emeth · 1877-01-01 · 5-6 (1877) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
33 (1877)
Issue
5-6 (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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88 8- 5. GOtt, der nicht nur der Heiden, sondern auch der Juden GOtt ist, erweckte in dem vorigen Jahrhundert einen rechtschaffenen Prediger in Strasburg, Namens Schaddeus, welcher auf seine eigenen Kosten die fünf historischen Bücher, des neuen Testaments, nemlich die vier Evangelisten und die Apostelgeschichte in jüdischteutscher Sprache unter dem Titul: Pentateuchus Noui Testament!, drucken und unter die Juden austheilen ließ, welche redliche Bemühung des seligen Mannes der HErr gewiß nicht wird ohne Seegen gelassen haben. In dem jetzigen Jahrhundert, hatte ein Prediger in Gotha, Namens Johann Müller, ein redlicher frommer Mann, verschiedenen Umgang mit durchreisenden Juden, diesen zu Lieb schrieb er einen Brief von der Versöhnung durch Christum, welchen er in jüdischteutscher Sprache auf seine Kosten drucken ließ, der auch von den Juden willig angenommen und mit Nutzen begleitet wurde. Dieses veranlassete den nunmehr seligen Mann eine weitere Ausführung der besagten Warheit in jüdischer Sprache zu schreiben. Er neunte den Tractat: Licht am Abend, und weil er Johann Müller hieß, so mußte es im hebräischen Jochanan Kimchi heissen; welches nachher bey den Juden, weil ein vornehmer Rabbiner unter ihnen diesen Namen gesühret, unschuldiger Weise und doch zu ihrem Besten eine gute Aufnahme des Büchleins verursachet hat. §.6. Das besagte Büchlein: Licht am Abend, konte der selige Pastor Müller auf seine Kosten nicht drucken lassen, kein Verleger wolle es annehmen, sie sagten: der Jude kaust es uns nicht ab, weil es wider ihn geschrieben ist; der Christ versteht es nicht, und also bleibt es maculatur. Nicht lange darnach, nemlich 1727 besuchet diesen redlichen Mann sein ehemaliger Beicht-Sohn, der Professor Callenberg. Mit diesem bespricht er sich von dem besagten Büchlein, der es zu sich nimmt, weil er der Sprache kundig war und sagt: GOtt würde schon Mittel verschaffen, daß dies Büchlein könte gedruckt werden. 8. 7. Der Prof. Callenberg zeigt bey Gelegenheit das bemeldke Büchlein einem und dem andern Gelehrten in Halle, welche sogleich willig waren, etwas zu den Kosten des Drucks beyzutragen. Es

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