Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 3-4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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49 unser« Grenzen in Ober-Galiläa mit Schulen, Bibelkolporteuren und Evangelisten. Der Berliner Jerusalemsverein hat von der kirchlichen Mission die Station Bethlehem übernommen und hat da einen Missionar, 3 Schulen und 1 Schule in Beitschala, die eifrig gepflegt werden. Kaiserswerth hat seit über 25 Jahren ein Spital und die Töchter-Erziehungsanstalt Talitha Kumi in Jerusalem in segensreichem Betrieb und ihr und unser Anstaltsarzt, Or. Sandreczki, das Kinderspital Marienhülfe außerhalb der Stadt. Das syrische Waisenhaus in Jerusalem insbesondere ist ein nicht unfruchtbarer Zweig an diesem Lebensbaum. Es zählt 65 Waisen, darunter 54 Christen und 11 Muhamedaner; 39 sind im Lande geboren, 26 gehören andern Theilen des Orients an. Außer den Waiseneltern Schneller mit ihren beiden Kindern befinden sich in der Anstalt ein deutscher und ein arabischer Schulgehülfe und Mitaufseher, ein Schuhmacher, ein Drechsler> ein Schneider, ein Oekonom, eine Weißzeugverwalterin, die 5 zuletzt Gezeichneten sämmtlich Deutsche. Den Konfirmandenunterricht ertheilt der deutsche Pastor Licent. Weser; neben dem gewöhnlichen Schulunterricht hat man noch Sonntagsschulen eingeführt, sorgt auch dafür, daß die Zöglinge Handarbeiten lernen. Eine Kolonisation ist beabsichtigt, hat aber aus Mangel an Geld noch nicht angefangen werden können. Die Mittel der Anstalt werden fast ausschließlich durch Liebesgaben zusammengebracht; einen kleinen Theil davon (im letzten Jahre 962,95 Franken bei 39,299,95 Fr. Gesammteinnahme) liefert die Anstaltsindustrie. Es sind noch einige protestantische Sekten und Parteien im heiligen Lande anwesend und thätig, welche nicht unbeachtet bleiben dürfen. Zunächst die deutschen Tempelfreunde, welche in den letzten 10 Jahren nach und nach eingewandert sind, in Jaffa und dem nahen Sarona, in Jerusalem und Haifa sich angesiedelt, auch einige Glieder nach Ramleh, Nazareth und Beirut entsandt haben; sie sind c. 1000 Seelen stark und bei nicht unbedeutenden Schwierigkeiten durch Einwanderung in langsamer Vermehrung begriffen. Ihr Glaube und ihre dahingehende Auffassung der biblischen Weissagung, daß es Pflicht für das Volk Gottes sei, sich jetzt im heiligen Lande zu sammeln und trotz aller Schwierigkeiten sich als Muster-