Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 3-4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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47 bei ähnlichen Gelegenheiten die Eltern, wenn die Lateiner (Katholiken) oder Griechen Kinder aus unfern Schulen durch Geschenke und Bestechungen einmal herübergezogen hatten, ihre Kinder wieder in unsere Bibelschulen zurück, wenn sie bemerkten, daß jene beiden die Kinder nicht in der Bibel unterrichteten. Denn es ist eine bemerkenswerthe Thatsache, daß, obwohl die Eltern selbst die Bibel weder kennen noch sich um sie kümmern, sie dennoch, weil immerhin festhaltend, daß sie Gottes Wort sei, der Ueberzeugung sind, daß dieselbe ihren Kindern gut thun müsse. Hinsichtlich unserer vereinigten, aus Engländern, Deutschen und jüdischen Protestanten bestehenden Gemeinde glaube ich, mit Dank gegen Gott, in Wahrheit sagen zu dürfen, daß sie sich in vieler Beziehung mit den besten Gemeinden in Europa vergleichen kann. Wohl wünschte ich ihr mehr geistliches Leben und Missionseifer, aber im Allgemeinen sind ihre Glieder ordentlich in ihrer Aufführung und in ihrem Verkehr, leben im Frieden mit einander und sind bereit, sich gegenseitig zu helfen, wie sie denn auch jede Gelegenheit zu geistlicher Erbauung wahrnehmen. An jedem Sonntage haben sie 6 Gottesdienste in verschiedenen Sprachen, die alle gut besucht sind und in denen das reine Evangelium mit Glauben verkündigt wird; außerdem Gebets- und Missionsstunden in der Woche. Der hellste Punkt in dem kirchlichen und Missionswerke Palästinas sind die Schulen (von denen schon vorher die Rede gewesen). Dieselben gewähren umsonst die Wohnung und den Unterhalt einer größeren oder kleineren Zahl von Waisen und anderen verlassenen Kindern, und ertheilen außerdem Unterricht einer beträchtlichen Zahl von Schülern beiderlei Geschlechts. Zusammen besitzen wir. 33 evangelische Schulen in Judäa, Samaria, Galiläa und jenseits des Jordans, mit 12 —1500 Kindern beiderlei Geschlechts und von 5 oder 6 christlichen Glaubensbekenntnissen außer Juden, Muhamedanern, Drusen und Samaritanern. Diese Kinder werden alle gründlich im Worte Gottes unterrichtet, außerdem mehr oder weniger in andern Zweigen des Wissens, so daß ich hiervon gute Früchte erwarten darf. Für 9 dieser Schulen und das Waisenhaus habe ich bisher mit meinen Geldmitteln aufkommen müsse». Da ich aber jetzt die Last meiner 80 Jahre und die Schwierigkeiten der Beschaffung der Geldmittel stärker fühle, und doch auch nach meinem Tode diese Schulen fortgeführt sehen möchte, so habe