Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 33 (1877)
- Issue
- 3-4 (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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34 und Niemand kann mehr die Möglichkeit dessen abstreiten, daß, wie es die Schrift beider Testamente vorausgesagt hat, der Streit zuletzt im heiligen Lande ausgetragen werden wird. Uns, die wir die Schrift bereits so weit bestätigt sehn, steht auch das Andere fest, und das heilige Land tritt darüber fortan um so bedeutsamer in unfern Gesichtskreis. Uns ist es auch kein Zufall, daß Palästina und Jerusalem nicht mehr vergessen daliegen; uns hat es nicht blos antiquarische Bedeutung, wenn die Steine Kanaans von den früheren Tagen Israels und der ersten christlichen Zeit zu reden beginnen; uns ergreift es im Innersten, wenn wir ganze Schaaren von Juden und frommen Christen in jenem Lande dauernd ihre Wohnung nehmen sehn; uns ist die Erregung, welche mit dem Eintreten der evangelischen Mission über die Christen, die Juden und Muhamedaner der heiligen Stätten gekommen ist, ein Beweis, daß es Hierselbst nicht immer beim Alten bleiben soll. Wir sehn mitten in der Gegenwart bereits in dunklen Umrissen das Bild der Zukunft, wie es die heilige Schrift gezeichnet hat, vor uns auftauchen, und ebendaher verfolgen wir alle Bewegungen daselbst, verfolgen alle Anfänge und alle Fortgänge mit dem Gefühl, daß sie eine große Verheißung in sich tragen — sie sind uns die gegenwärtige Erscheinung des Werdenden und sind uns das Eintreten des neuen Saftes in den scheinbar erstorbenen Oelbaum nach den langen Wintertagen. Darum also hat es für uns einen eigenthümlichen Werth, das heutige heilige Land kennen zu lernen, und wir wollen in diesen Zeilen mehrere Augenzeugen über dasselbe sprechen und erzählen lassen: den Hausvater des Syrischen Waisenhauses in Jerusalem, Schneller, den Bischof Gobat nach seinem letzten Jahresbericht und Missionare der Londoner Gesellschaft für Israel aus jenem Arbeitsselde. Der Erstgenannte schreibt: „Der ganze Boden unserer Thätigkeit in Jerusalem und Palästina ist ein buntes Gemisch der Reste von Volkstheilen, die von den frühesten Zeiten bis jetzt im Lauf mehrerer Jahrtausende in diesem Lande gewohnt haben und nun nach und nach in eins verschmolzen sind. Durchweg schwachen, noch im Mannesalter kindischen Charakters, kennt unser Volk ein höheres Streben nicht; der nächste