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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 11-12 (1876) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
11-12 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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164 buch sagt uns, mit welcher Begeisterung und Sehnsucht sie den Bergen entgegeneilte, die um Jerusalem her sind, wie der HErr um sein Volk her ist (Ps. 125, 2). Sie klagt dabei beständig über ihre Unwürdigkeit und schreiten dem HErrn: Ach, daß die Hülse aus Zion über Israel käme und Gott sein gefangen Volk erlöste, so würde sich Jakob freuen und Israel fröhlich sein (Ps. 14, 7). Um jene Zeit erwähnt sie auch in ihrem Tagebuche der gesegneten Wirkung, welche das Lesen der heiligen Schrift, d. h. des Alten Testaments auf ihr Inneres gemacht habe. Um diese Zeit auch findet sich zuerst die Bemerkung, daß sie sich entschlossen habe, das Buch zu lesen, welches die Christen das Nene Testament nennen. Die Christen bezeugen, so schreibt sie, daß Weissagungen, die sich im Alten Testament finden, im Neuen deutlich erfüllt seien. Ich will sehen, welchen Grund sie dazu haben? Ich habe zwar viel gehört und gelesen, was das für ein schreckliches Buch sei, und es ist mir gesagt worden, es ruhe ein fürchterlicher Fluch auf dem Lesen desselben. Ich kann nicht glauben, daß dies der Fall sei, wenn man die Absicht hat, mehr Einsicht in die Verschiedenheiten zwischen Juden und Christen zu gewinnen. Uebcrdies, werde ich nicht eine bessere Jüdin werden, wenn ich es gelesen habe? Wird es nicht meinen Geist um so besser mit Beweisen ausrüsten wider den schrecklichen Jrrthum, in dem die Christen befangen sind? Gesetzt, ich rede mit einem Christen, wie kann ich ein Buch Lügen strafen, das ich nicht gelesen habe? Trotz einer Unterredung mit einem hochgeachteten Rabbiner, welcher sie ernstlich warnte, jemals ein Meschummed (Abtrünniger) zu werden oder irgend ein Buch der Meschummed zu lesen, nahm Leila dennoch ein Neues Testament mit auf die Reise. Am 9. April 1847 reiste sie mit ihrem Vater nach London ab und von dort ging die Reise durch die Schweiz, Italien, Griechenland und die Türkei nach Asien. Ihre Reisctagebücher enthalten wundersame Gedanken über die Schönheiten der Länder, welche sie sah, und über die Wunder des HErrn in seinen Werken, aber auch eine tiefe Wehmuth, einen demüthigcn Schmerz über ihre Sünde und eine Unruhe ihres Herzens, das nach Wahrheit suchte und nach Frieden lechzte. Sie wollte sich die Gewalt verheimlichen, womit das Neue Testament ihre Seele ergriff, aber was sie schrieb, bezeugt, daß der HErr Jesus ihr einen Pfeil iu's Herz geschossen

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