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Dibre Emeth · 1876-01-01 · 9-10 (1876) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
32 (1876)
Issue
9-10 (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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159 in gebückter Stellung hinein- und herauskriechen, um sich gegen Ueberfälle leichter schützen zu können, und wo sie — grausame Ironie — bei solch trauriger Existenz auf das Metier der öffentlichen Tänzer und Sänger angewiesen - sind. Ein persischer Jude zu sein und stundenlang vor gewissenlosen Peinigern und Verächtern tanzen und singen zu müssen, ist das schrecklichste Loos, das ich mir denken kann! Merkwürdigerweise leben selbst inmitten der herzlosen Turkomanischen Menschenräuber Inden, und zwar hat Merw, der Hauptort des Kettengerassels, eine ganze Gemeinde aufzuweisen. Unter den Turkomanen erscheint der Jude selbstverständlich als Halbturkomane, mit Ausnahme der obligaten Ringlocken und der Kopfbedeckung. Der Turkomanische Jude hat ebenfalls sein Zelt, seine Pferde und seine persischen Sklaven, die er tüchtig prügelt und peinigt; sein Börsenkurs regelt sich landesüblich nach dem Gelingen der einen oder andern nach Iran unternommenen Turkomanischen Räuberexpedition. Was zumeist zu verwundern giebt, ist seine Sicherheit inmitten dieser gänzlich gesetzlosen Horden. Der Turkomane hat nämlich vor ihm als einem Zauberer eine Höllcnfurcht und läßt ihn auch deshalb ungeschoren, weil er ihn nicht verkaufen kann, denn die Kinder Israel sind jeufeit der Steppe dermaßen verachtet, daß sie selbst als Handelsartikel nicht los zu werden sind. Gegenwärtig mögen in Bochara und in anderen centralasiatischcn Städten die Zustände sich unter russischem Einflüsse wohl etwas gebessert haben; doch wer früher am Zerefschan den Hebräer, den Strick um die Lende tragend, gesehen, der stets vom Pferde oder Esel abzusteigen hatte, sobald ein Rechtgläubiger ihm begegnete, der jährlich als Zeichen seiner Unterwürfigkeit von der Behörde zwei offizielle Ohrfeigen eutgegennehmen mußte — den wird cs ein Räthsel bedünken müssen, wie man ein solches Land sich als Heimath erwählen konnte?" Aus der Literatur. 1. ZweiterUeöeröüL der evangelischen Mission fürZedermann. Jahrgang 7—12. Blätter der Mission, begonnen zu Werdau von R. Härting. 1 Mk. 80 Pf. Buchhandlung des Vereinshauses zu Leipzig, 1876. Das Blatt verdient seine Uebersetzung in sechszehn Sprachen. Es gewährt einen vortrefflichen Einblick in das gesammte Missionswerk unter Muhamedauern, Heiden und Juden; und dabei kostet es jährlich nur etwa 30 Pf. Seit 1870 behandelt es denn ckuch die Geschichte der evangelischen Judenmission und verfolgt dieselbe bis zu unfern Tagen. Kürzer und besser kann die Uebersicht über

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